DIN EN 17463: Investitionen bewerten - Analyse

DIN EN 17463: Investitionen bewerten

Die DIN EN 17463 ist die Norm zur Bewertung von energiebezogenen Investitionen (Valuation of energy related Investments – kurz: VALERI) und tritt spätestens in der Fassung von Dezember 2021 zusehend immer mehr in den Focus von Unternehmen. Sie wurde auf Wunsch der Europäischen Union und diverser Banken bzw. Kreditgebern entwickelt, um eine allgemeingültige und standardisierte Wirtschaftlichkeitsberechnung von Energieeffizienzmaßnahmen zu erlangen. Inzwischen dient die DIN EN 17463 als Grundlage in diversen Rechtsvorschriften und wurde beispielsweise in das Energiefinanzierungsgesetz, die EnSimiMav, die Förderrichtlinien der EU ETS Strompreiskompensation, der Carbon-Leakage-Verordnung und dem Strom- und Energiesteuergesetz eingebettet.  

Für welche Unternehmen ist die Norm wichtig?

Zwingend zum Einsatz kommt die DIN EN 17463 in allen Unternehmen mit einem jährlichen Gesamtenergieverbrauch von mehr als 10 GWh, die bereits jetzt schon ein Energiemanagement nach ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem nach EMAS eingeführt haben oder in Unternehmen, die nach einem Energieaudit gemäß DIN EN 16247 ihre Energieeffizienzmaßnahmen bewerten müssen. Stellt sich nämlich heraus, dass eine Investition nach der Norm als wirtschaftlich eingestuft wird, muss sie umgesetzt werden. Aber auch Unternehmen, die jährlich weniger als 10 GWh an Strom oder fossilen Brennstoffen verbrauchen, können anhand der DIN EN 17463 (VALERI) als valides Werkzeug die Wirtschaftlichkeit von ihren geplanten Energiesparmaßnahmen zw. Investitionen bewerten. Sie sind bisher nur nicht dazu verpflichtet, diese auch umzusetzen.

Welche Standards gibt die DIN EN 17463 vor, um Investitionen zu bewerten?

Die Norm gibt zunächst vor, wie die Informationen gesammelt und berechnet werden müssen. Dies betrifft die Investitionskosten, die jährlichen Kostenersparnisse, Nutzungsdauer oder Restwerte. Im zweiten Schritt werden durch die Standards der DIN EN 17463 die Werte ermittelt. Dabei ist die Berechnungsmethodik so gehalten, dass sie auch vom jeweiligen Controlling des Unternehmens verifizierbar bleibt. Berechnet werden die statische und dynamische Amortisationszeitpunkte, die Rentabilität, der Kapitalwert sowie alle Verzinsungen. So werden alle Chancen, Risiken Anwendungsfälle berücksichtigt und sämtliche Werte bleiben nachvollziehbar. Darüber hinaus beschreibt die Norm, wie die Ergebnisse dokumentiert werden müssen, damit die Entscheidungen des Unternehmens vor externen Energieauditoren, Gutachtern und letztendlich dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) standhalten.

Wie wird die DIN EN 17463 (VALERI) eingesetzt?

Die Norm muss von Energiebeauftragten oder Energiemanagement-Teams bei Unternehmen eingesetzt werden, die energieauditpflichtig sind oder bei Unternehmen, die ihre ISO-50001-Zertifizierung oder EMAS-Registrierung nicht verlieren möchten. Der Norm-Text sowie die Excel-Tabellen sind aber auch für Energieberater und Auditoren relevant, damit ihre Auftraggeber ihre Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen wirtschaftlich bewerten können und ihre Entscheidungen valide begründen können. Sämtliche Unternehmen mit einem jährlichen Energieverbrauch von 10 GWh sind beispielsweise im Rahmen der EnSimiMaV gezwungen, Energiesparmaßnahmen innerhalb von 18 Monaten umzusetzen, wenn der Kapitalwert nach 20 % der Laufzeit gemäß DIN EN 17463 (VALERI) positiv ist. Bei anderen gesetzlichen Regelungen variiert die Länge der Laufzeiten für eine Umsetzungspflicht noch. Alle Gesetze basieren jedoch auf der Norm und sehen eine wirtschaftliche Durchführbarkeit vor, wenn dadurch ein positiver Kapitalwert für das Unternehmen entsteht.

Weitere interessante Beiträge