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Die Residuallast

Die Residuallast ist ein Begriff aus dem Energiebereich, insbesondere im Kontext der Stromversorgung. Sie bezeichnet die Differenz zwischen der tatsächlichen Stromnachfrage (Verbrauch) und der verfügbaren Stromerzeugung zu einem bestimmten Zeitpunkt. In einem Stromnetz sollten Angebot und Nachfrage jederzeit möglichst im Gleichgewicht sein, da Strom nicht in nennenswerten Mengen gespeichert werden kann.

Die Stromerzeugung muss daher immer dem aktuellen Verbrauch entsprechen, wobei die Residuallast gleich Null wäre. In der Praxis ist dies jedoch schwierig, da die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen wie Windkraft oder Solarstrom stark von Wetterbedingungen abhängig und nicht konstant ist. Daher bezeichnet man sie auch volatile Energiequellen. Eine Residuallast tritt auf, wenn die regelbare Stromerzeugung (z. B. Kohle, Gas oder Wasserkraft) nicht ausreicht, um die aktuelle Gesamtnachfrage zu decken.

In solch einem Moment muss man zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um die Versorgungslücke zu schließen. Einem akuten Energiemangel (positive Residuallast) kann z. B. der Einsatz von Spitzenlastkraftwerken, der Import von Strom aus anderen Netzen oder die Reduzierung der Nachfrage durch Lastmanagement entgegengewirkt werden. Bei einer negativen Residuallast, also einem Stromüberschuss, muss die Energie entweder ins Ausland verkauft oder gespeichert werden. In Ausnahmefällen werden dann auch Kraftwerke von den Übertragungsnetzbetreibern (ÜNBs) vom öffentlichen Netz abgeschnitten.

Im Rahmen des Redispatch 2.0 Verfahrens erhalten dann die betroffenen Betreiber für die Abschaltung ihrer Anlagen eine Entschädigung. Diese erhalten sie entweder von den Netzbetreibern direkt oder über Umwege von den jeweiligen Direktvermarktern. Da die Residuallast je nach Tageszeit, Wetterbedingungen, Wochentag und anderen Faktoren sehr variieren kann, wird sie minütlich überwacht. Der sog. bundesdeutschen Dispatch kalkuliert sie von Tag zu Tag neu.  

Die Residuallast stellt den Energieeinkauf vor neue Herausforderungen

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Damit die täglichen Neuberechnungen durchgeführt werden können, laufen alle Daten sämtlicher Stromerzeuger (inkl. Photovoltaikanlagen ab 100 kWp, die über einen Netzanschluss verfügen) und die tägliche Energieverbrauchsprognose aller Verbraucher bei den Übertragungsnetzbetreibern ein, die darauf basierend eine zuverlässige Stromerzeugung und -versorgung für den nächsten Tag planen.

Energieeinkäufer von energieintensiven Unternehmen mit eigener Stromproduktion müssen demnach eine Prognosemeldung abgeben, die die eigene Residualmenge berücksichtigt. Dies bedeutet, dass sie die verbleibende Stromnachfrage des Unternehmens, die nach Abzug der Eigennutzung der regenerativen Energie verbleibt und durch konventionelle Kraftwerke gedeckt werden soll, berechnen müssen.

Das stellt den Energieeinkauf vor neue Herausforderungen. Er muss jetzt den spezifischen Lastgang des eigenen Unternehmens mit den Ertragsprognosen der eigenen Stromproduktion gegenüberstellen. Zusätzlich ist eine Beschaffungsstrategie zur Deckung des Energiebedarfs notwendig. Eine exakte Berechnung der Residualmenge und Voranmeldung bei dem jeweiligen Energieversorger sind dabei essenziell. Falsche Berechnungen können zu hohen Kosten führen. Zu hoch berechnete Netzbezüge werden nicht zurückerstattet. Sollte ein höherer Netzbezug notwendig werden als vorangemeldet, können sich die Stromkosten dafür auch schnell vervielfachen.

Standortgenaue Wetterprognosen helfen bei der Berechnung

Da erneuerbare Energien wie Wind- und Solarenergie volatil sind, ist eine standortgenaue Wetterprognose bei der Berechnung der Residualmengen äußerst wichtig. Schon bei der Planung einer gewerblichen Photovoltaikanlage kann anhand des Solarkatasters, der Modulausrichtung und der Komponenten ein relativ genauer Jahresertrag berechnet werden. Alleine dadurch lassen sich die Residuallasten bereits gut eingrenzen. So erhält Energieeinkäufer einen groben Überblick, wie viel zusätzlichen Strom sie zukaufen müssen oder einspeisen können. Zusätzlich werden größere PV-Anlagen ständig überwacht, ihre Stromerzeugung aufgezeichnet und ihre Systeme können anhand intelligenter Softwarelösungen mit Wetterprognosen genaue Erlöse im Voraus berechnen. Das erleichtert die Kalkulation wesentlich.

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