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CO₂-Sparmaßnahmen als Voraussetzung für Unternehmenskredite

Im Einklang mit der EU-Taxonomie setzen Kreditinstitute verstärkt auf grüne Finanzierungsmodelle und trennen sich schrittweise von Kunden ohne Dekarbonisierungskurs. Eine proaktive Umstellung auf erneuerbare Energien wird damit zum entscheidenden Faktor für die Bonität und sichert Unternehmen langfristig attraktive Finanzierungskonditionen.

Die meisten Banken, wie beispielsweise ING Deutschland, UBS, Deutschen Bank, DZ Bank oder Commerzbank verfolgen mittlerweile eigene Klimapläne, nach denen sie künftig Kredite für Unternehmen vergeben. Eines der Hauptkriterien ist dabei immer häufiger die Vorlage eines Netto-Null-Planes. Solch ein Fahrplan zur CO₂-Neutralität wird beispielsweise bis 2026 für 90 % aller energieintensiven Firmenkunden der Deutschen Bank verlangt, wenn sie künftig Kredite beantragen oder abrufen möchten. Mit den CO₂-Sparmaßnahmen als Voraussetzung für Unternehmenskredite wollen die Bankhäuser verhindern, dass Kapital in Unternehmen investiert wird, die weiterhin auf fossile Energieträger setzen. Diese Strategie-Wende bei der Kreditvergabe entspricht der EU-Taxonomie und dem kommenden Netto-Null-Industrie-Gesetz der EU. Beide Maßnahmen der europäischen Union zielen darauf ab, die privaten Geldströme insbesondere in strategische Cleantech-Technologien zu leiten. Durch einen grünen Industrieplan will die EU für 2030 die Klima- und Energieziele und das Klimaneutralitätsziel für 2050 erreichen.

Banken trennen sich von Kunden ohne Pläne zu CO₂-Sparmaßnahmen

Im Rahmen der europäischen Vereinheitlichungen geraten auch die Banken mit ihren Kreditvergabe-Kriterien zusehend unter Druck. Die CSRD-Berichtspflicht, die Taxonomie sowie die beiden geplanten Richtlinien wie die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) und das Netto-Null-Industrie-Gesetz greifen immer enger ineinander. So bleiben kaum noch Darlehen für fossile Projekte. Getrieben durch die eigenen Klimapläne verzichten bereits viele Kreditinstitute auf Neugeschäfte und trennen sich sogar von bestehenden Kunden, sofern sie nicht bereit sind, eigene Netto-Null-Pläne zu erstellen. Öl,- Gas- und Kohlekonzerne haben jetzt schon Probleme, frisches Kapital für ihre Planungen zu generieren. Banken trennen sich gerade schrittweise von Bestandskunden aus diesen Bereichen. Aber auch energieintensive Unternehmen der Stahl- und Zementindustrie sowie der Luftfahrt, Schifffahrt- und Automobilbranchen sind bereits von den Transitionsplänen betroffen.

Verschärfte Umweltstandards für Finanzierungen

Die Bankhäuser fokussieren ihre geschäftlichen Aktivitäten zusehend auf Projekte zur Dekarbonisierung, zur Unterstützung von Natur und Biodiversität. Dabei bauen sie im Zuge ihrer eigenen Klimaziele die Angebote im Bereich von ESG-Linked Finance weiter aus. Spürbar ist diese Entwicklung auch schon bei Betrieben der Zulieferketten für Konzerne. Eine Skala teilt Unternehmen in “grün”, “im Übergangsprozess” und “braun”, abhängig von ihrem Beitrag zum Klimawandel und ihren Bemühungen zur CO₂-Reduktion. ESG-Linked Finance bindet Kreditkonditionen an die Erfüllung von ESG-Kriterien. Unternehmen oder Projekte, die diese Ziele erreichen, erhalten bessere Finanzierungskonditionen. Diejenigen, die sie nicht erfüllen, müssen mit höheren Kosten rechnen. Dies schafft Anreize für nachhaltige Geschäftspraktiken und gesellschaftliche Verantwortung.

Die Umsetzung von ESG-Linked Finance beinhaltet die Festlegung von relevanten ESG-Kriterien und die Definition von Zielen und Kennzahlen zur Bewertung der Leistung. Dies wird auf verschiedene Finanzinstrumente und -transaktionen angewendet und fördert die Nachhaltigkeit und Verantwortung von Unternehmen. Für die Kreditgeber sinken die Risiken und für alle Beteiligten ergeben sich Wettbewerbsvorteile. Bereits 30 weitere Kreditinstitute setzen auf eigene Klimapläne und setzen auf CO₂-Sparmaßnahmen als Voraussetzung für neue Unternehmenskredite.

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