facebook
CSRD-Berichtspflicht-Reporting

Die CSRD-Berichtspflicht: Aktueller Stand nach der EU-Reform 2026

(Aktualisiert April 2026) Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) hat seit ihrer Verabschiedung im Jahr 2022 eine signifikante Entwicklung durchlaufen. Während die ursprünglichen Pläne von 2024 noch eine breite Einbeziehung des Mittelstands vorsahen, hat die EU mit der Änderungsrichtlinie 2026/470 (Omnibus-I-Paket) im Februar 2026 den Fokus geschärft und die Schwellenwerte für die Berichtspflicht massiv angehoben.

Hintergrund der CSRD-Berichtspflicht

Die neue EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung löst die NFDR-Richtlinie ab und ist ein wichtiger Baustein der EU-Klimagesetzgebung mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2050. Zusammen mit der EU-Taxonomie soll sie eine höhere Transparenz und Vergleichbarkeit der Wirtschafstätigkeiten aller Unternehmen bieten. Dies soll den Kapitalfluss der privaten Investoren oder Finanzunternehmen hin zu einer umweltbewussten und emissionsfreien Wirtschaft gewährleisten. Die CSRD-Richtlinie gehört damit zum EU-Gesetzespaket „Nachhaltige Finanzen“. Die Reports müssen neben den Umweltaspekten auch die Bereiche soziale Verantwortung, Menschenrechte und Governance des jeweiligen Unternehmens abdecken und werden anschließend der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Wer ist von der CSRD-Berichtspflicht betroffen? Die neuen Schwellenwerte ab 2026

In der frühen Phase (2024) war geplant, bereits Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden zur Berichterstattung zu verpflichten. Um die bürokratische Last für den Mittelstand zu senken, gelten seit dem Update im Februar 2026 neue Kriterien.

Berichtspflichtig sind nun Unternehmen, die mindestens zwei der drei folgenden Kriterien erfüllen:

  • Mehr als 1.000 Mitarbeitende (zuvor 250)
  • Bilanzsumme höher als 225 Millionen Euro (angepasster Wert)
  • Nettoumsatz über 450 Millionen Euro (zuvor 40 Mio. €)

Für börsennotierte KMU, die unterhalb dieser Grenzen liegen, greift der vereinfachte LSME-Standard (Listed SME), um den Kapitalmarktzugang zu sichern, ohne die Organisation zu überfordern.

Welche Inhalte müssen in den CSRD-Berichten offengelegt werden?

blank

Neben den Bereichen, die bereits nach der NFDR-Richtlinie offengelegt werden mussten (Umweltschutz, Soziales, Governance), verlangt die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD nun weitere Informationen im jährlichen Unternehmensreport. Dies sind Inhalte zur Taxonomie, Geschäftsmodell mit Strategie und Konzept, Lieferketten, Unternehmensziele, Leistungsindikatoren, nachhaltige Führung, Veränderungen, Umgang mit Chancen und Risiken, Entscheidungsprozesse sowie sektorenspezifische Angaben. Alle Daten müssen im Unternehmen erhoben und beurteilt werden, was aufgrund der „Doppelten Wesentlichkeit“ durchaus kompliziert und schwierig sein könnte. Demnach müssen nämlich auch externe Umweltauswirkungen der Unternehmenstätigkeit bewertet werden. Alle Unternehmen haben auch die Pflicht, Ziele zu definieren und deren Fortschritte im CSRD-Report offenzulegen.

Prüfungspflichten & Timings der CSRD-Berichtspflicht

Im Gegensatz zu der bisherigen EU-Berichtsregelung sind mit dem Inkrafttreten der CSRD-Richtlinie nunmehr keine nachlässigen oder leichtfertigen Reports zugelassen. Sie müssen für das laufende Geschäftsjahr im Lagebericht beigefügt werden und sind durch einen unabhängigen Dienstleister prüfpflichtig. Alle Beteiligten unterliegen einer externen Zertifizierungspflicht und der Bilanzeid, der sich bislang nur auf die Finanzberichterstattung bezieht, wird auf den CSRD-Nachhaltigkeitsbericht ausgeweitet. Anschließend müssen sie in den Lagebericht eingebunden und in elektronischem Format vorgelegt werden. Unternehmen, die jetzt schon unter den NFDR-Richtlinien fallen, haben ab 2026 die Pflicht, mit der Datenerhebung zu beginnen, so dass sie im Jahr 2027 einen CSRD-konformen Bericht des Vorjahres erstellen können.

Weitere interessante Beiträge

Stromnetzentgelte-Header

Stromnetzentgelte steigen rasant

Die jüngste Untersuchung des Bundesverbandes der Energieabnehmer (VEA) über die Stromnetzentgelte in Deutschland innerhalb der letzten zwölf Monate wirft ein Schlaglicht auf die sich verändernde

Weiterlesen »
Solar-Carports - Luftbild

Newsletter Anmeldung