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PV-Modulpreise 2024: Talsohle erreicht

Der kontinuierliche Abwärtstrend der PV-Modulpreise scheint gestoppt. Die historisch niedrigen Preise für Solarmodule, die durch Überproduktion und volle Lager der chinesischen Hersteller noch im Herbst 2023 begünstigt wurde, sind bald vorbei. Darüber sind sich alle Experten einig. Die prognostizierten Preissteigerungen werden sowohl von globalen als auch von regionalen Faktoren beeinflusst. Faktoren sind beispielsweise politische Unsicherheiten, Lieferstrategien aus China und der steigenden Frühjahrsnachfrage in Europa, insbesondere in Deutschland. Während die niedrigen Preise zunächst auf die Bemühungen der Hersteller zurückzuführen sind, sich dem Markt anzupassen, zeigen sie nun Anzeichen einer Stabilisierung, die die zuletzt langsamere Talfahrt stoppen wird.

PV-Modulpreise noch stabil & noch niedrig

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Der rapide Preisverfall der PV-Module, der nach dem ersten Energiepreisschock Mitte/Ende 2022 einsetzte und bis Herbst/Winter 2023 anhielt, hat sich in den letzten Monaten zusehend verlangsamt. Betrachtet man jedoch die Entwicklung der PV-Modulpreise innerhalb eines Jahres von Februar 2023 bis Februar 2024, zeigen sich, je nach Modulklasse, Preissenkungen zwischen 45 – 53 %. Die Solarmodulpreise in Europa und Asien sind stärker betroffen als anderswo. In den USA sind sie, aufgrund von Importbeschränkungen besonders hoch. Einige nicht-chinesische Hersteller konzentrieren sich daher vermehrt auf den US-Markt. In Europa sind die Solarmodulpreise seit Februar 2023 bei High-Efficiency-Modulen um 45 % auf jetzt rd. 22 Cent/Wp, bei Mainstream-Modulen um 53 % auf jetzt 14 Cent/Wp und bei Low-Cost-Modulen um 52 % auf 9 Cent/Wp gesunken.

Gründe für den erwarteten Anstieg in 2024

Der erwartete Anstieg der PV-Modulpreise hat verschiedene Gründe. Zunächst wird die Nachfrage, insbesondere in Europa, angesichts des nahenden Frühjahrs steigen. Gleichzeitig bremst China weiterhin seine Überproduktion und leert seine Lagerbestände. Das führt dazu, dass der Preisverfall, der im Jahr 2023 zu beobachten war, gestoppt wird. Die im Herbst 2023 noch prall gefüllten Lager neigen sich jedoch dem Ende zu. Dies führt dazu, dass Experten dazu raten, sich jetzt mit Modulen und Wechselrichtern einzudecken.

Des Weiteren tragen die anhaltenden Konflikte am Horn von Afrika sowie die allgemeine Verlängerung der Containerlaufzeiten von 6 auf 8 Wochen dazu bei, dass Lieferungen verzögert werden. Dies führt zu zusätzlichen Kosten und erschwert die Planung für Unternehmen in der PV-Branche. Höhere Transport- und Treibstoffkosten sind ebenfalls ein Faktor, der zu steigenden Preisen beiträgt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass es in Europa an einer starken heimischen Solarindustrie mangelt. Das erhöht die Abhängigkeit von Importen und beeinflusst die Preise. Die steigende Nachfrage durch das Frühjahrsgeschäft sowie die Leerung der chinesischen Lagerbestände infolge der Drosselung der chinesischen Produktion sind weitere Faktoren. Insgesamt deuten diese verschiedenen Faktoren darauf hin, dass die Preise für PV-Module in naher Zukunft tendenziell steigen werden. Dies führt dazu, dass Unternehmen und Verbraucher ihre Beschaffungsstrategien überdenken müssen, um den steigenden Kosten gerecht zu werden. Auswirkungen sind jetzt schon spürbar. Manche Wechselrichtermodelle sind aktuell kaum verfügbar und werden erst ab Mai 2024 wieder geliefert. Große Module für Freiflächen gibt es wohl erst ab Juni wieder.

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