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Solarmodulpreise auf historischem Tiefstand

Der Abwärtstrend der Solarmodulpreise in der Industrie hält weiterhin an, verlangsamt sich jedoch und hat jetzt einen historischen Tiefstand erreicht. Hersteller und Händler senken ihre Preise, um sich dem akzeptierten Preisniveau auf dem Markt anzunähern, obwohl auf diesem Niveau bereits keine Gewinne mehr erzielt werden. In China geht es vor allem darum, Schäden zu minimieren, da unverkaufte Lagerbestände zusätzliche Kosten verursachen. Experten schätzen sogar, dass die Modulpreise zurzeit unter den Herstellungskosten liegen, und die Branche konzentriert sich daher auf den Abverkauf und senkt die Auslastung ihrer Maschinen. Diese künstliche Verknappung könnte die Solarmodulpreise stabilisieren und die Talfahrt stoppen.

Solarmodulpreise sinken im letzten Halbjahr um 35 %

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Interessanterweise sind die Solarmodulpreise in Europa und Asien stärker betroffen als auf anderen Kontinenten. In den USA können die Preise für Module mit niedriger Effizienz, wie monokristalline Perc-Zellen, um bis zu 100 % höher sein als in Europa. Dies liegt zum Teil an Importbeschränkungen in den USA, die die Preise dort höher halten. Die Preissenkungen haben jedoch ihre Grenzen erreicht, und einige nicht-chinesische Hersteller verschieben ihren Fokus auf den US-Markt.

In Europa sind die Solarmodulpreise seit Januar 2023 bei High-Efficiency-Modulen um 33 % auf jetzt rd. 27 Cent/Wp, bei Mainstream-Modulen um 37 % auf jetzt 19 Cent/Wp und bei Low-Cost-Modulen um 42 % auf 11 Cent/Wp gesunken. Dieser Preiskampf wird auf die chinesische Konkurrenz zurückgeführt, die mit Dumpingpreisen den europäischen Markt dominieren will. Europäische Hersteller befürchten, dass dieser Preiskampf ihre Existenz gefährden und die lokale Solarindustrie in Europa schädigen könnte. Dies könnte Europa noch abhängiger von Importen aus China und den USA machen, was langfristig zu negativen Auswirkungen auf die Preisentwicklung und die Energiewende in Europa führen könnte

Es war noch nie so günstig, PV-Projekte umzusetzen

In Deutschland geht der beschleunigte Ausbau von Photovoltaikanlagen ungehindert weiter und die Preise für weitere Solar-Komponenten wie Stromspeicher und Wechselrichter sind ebenfalls gefallen, was das Interesse an einer eigenen ökologischen Stromerzeugung insgesamt erhöht. Die ungeminderte Nachfrage wird dazu führen, dass die Solarmodulpreise wieder steigen werden und Unternehmen, die große PV-Projekte planen, sollten jetzt handeln und die aktuelle Marktdynamik ausnutzen. Gerade steigen die Preise für Polysilizium und für andere wichtige Rohstoffe zur Herstellung von PV-Modulen wieder, so dass mittelfristig auch die Solarmodulpreise zulegen werden. Auch wenn verbesserte Herstellungsverfahren und höhere Stückzahlen die Produktionskosten insgesamt senken, können die Preise nicht unter den Produktionskosten bleiben.

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