linkedin

Was ist GEIG & wen betrifft es?

Vom Ladepunkt bis zum intelligenten Lastmanagement: Das GEIG ist für Gewerbebetriebe weit mehr als eine bürokratische Hürde, sondern ein zentraler Treiber der betrieblichen Mobilitätswende. Dieser Beitrag beleuchtet die technischen Anforderungen für Nichtwohngebäude und zeigt wirtschaftliche Lösungswege wie Skalierung und Contracting auf.

(Aktualisiert April 2026) Das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) verpflichtet Unternehmen in Deutschland dazu, Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Gebäuden bereitzustellen.

Betroffen sind vor allem:

  • Unternehmen mit Nichtwohngebäuden (z. B. Büro, Industrie, Logistik)
  • Eigentümer und Betreiber von Immobilien mit Stellplätzen
  • Neubauten, Bestandsgebäude und größere Renovierungen

Ziel ist es, den Ausbau der Ladeinfrastruktur zu beschleunigen und Elektromobilität alltagstauglicher zu machen.

Welche GEIG-Pflichten gelten konkret für Unternehmen?

Die Anforderungen hängen davon ab, ob es sich um Neubau, Renovierung oder Bestandsgebäude handelt:

1. Neubau von Nichtwohngebäuden

  • Gilt ab mehr als 6 Stellplätzen
  • Jeder 3. Stellplatz: Leitungsinfrastruktur (Vorbereitung für Ladepunkte)
  • Mindestens 1 Ladepunkt muss installiert werden

2. Größere Renovierung von Nichtwohngebäuden

  • Gilt ab mehr als 10 Stellplätzen
  • Jeder 5. Stellplatz: Leitungsinfrastruktur
  • Mindestens 1 Ladepunkt erforderlich

3. Bestehende Nichtwohngebäude

  • Gilt ab mehr als 20 Stellplätzen
  • Seit 01.01.2025: mindestens 1 Ladepunkt verpflichtend
blank

Was bedeutet „Leitungsinfrastruktur“ konkret?

Leitungsinfrastruktur heißt:

  • Vorbereitung für spätere Ladepunkte
  • Verlegte Leerrohre oder Kabeltrassen
  • Ausreichende elektrische Kapazitäten

Wichtig: Es müssen nicht sofort alle Ladepunkte installiert, aber technisch vorbereitet werden.

Welche Strafen drohen bei Nichteinhaltung?

Unternehmen, die die GEIG-Vorgaben nicht erfüllen, riskieren:

  • Bußgelder von bis zu 10.000 €

In der Praxis können zusätzlich Projektverzögerungen oder Genehmigungsprobleme entstehen.

Warum wurde das GEIG eingeführt?

Das GEIG setzt die europäische Gebäuderichtlinie (EPBD) um. Integriert wurde sie im deutschen Gebäudeenergiegesetz (GEG) und ist auch Bestandteil des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG). Das GEIG verfolgt drei zentrale Ziele:

  • Ausbau der Ladeinfrastruktur beschleunigen
  • Elektromobilität im Alltag praktikabler machen
  • CO₂-Emissionen im Verkehrssektor senken

Ein Kernproblem – fehlende Ladepunkte – soll systematisch gelöst werden.

Welche Herausforderungen entstehen für Unternehmen?

1. Investitionskosten

  • Ladepunkte, Verkabelung und Netzanschluss können teuer sein
  • Besonders bei Bestandsgebäuden relevant

2. Technische Integration

  • Netzkapazität oft begrenzt
  • Lastmanagement notwendig

3. Bürokratischer Aufwand

  • Planung, Genehmigung und Umsetzung komplex
  • Abstimmung mit Netzbetreibern erforderlich

Welche Lösungen gibt es für Unternehmen oder Bestandshalter?

1. Intelligentes Lastmanagement

  • Vermeidet teuren Netzausbau
  • Optimiert die Nutzung vorhandener Anschlussleistung

2. Skalierbare Infrastruktur

  • Erst vorbereiten, später erweitern
  • Investitionen verteilen

3. Contracting-Modelle

  • Kein Eigeninvestment notwendig
  • Betrieb und Wartung ausgelagert

Gerade für Unternehmen mit vielen Standorten ist das Contracting oft der wirtschaftlichste Weg.

Kritik am GEIG: Was wird bemängelt?

In der Praxis gibt es mehrere Kritikpunkte:

  • Hoher Aufwand bei Bestandsgebäuden
  • Teilweise hohe Kosten durch Netzausbau
  • Vorgaben könnten technologisch nicht flexibel genug sein
  • Risiko, dass Infrastruktur nicht optimal genutzt wird

Was sollten Unternehmen jetzt konkret tun?

1. Bestandsaufnahme durchführen

  • Anzahl Stellplätze
  • Gebäudetyp (Neu, Bestand, Renovierung)

2. GEIG-Pflichten prüfen

  • Welche Kategorie trifft zu?

3. Infrastruktur strategisch planen

  • Skalierbarkeit berücksichtigen
  • Lastmanagement einplanen

4. Wirtschaftlichkeit bewerten

  • Eigenbetrieb vs. Contracting

Fazit: GEIG ist Pflicht – aber auch strategische Chance

Das GEIG ist mehr als eine regulatorische Vorgabe. Richtig umgesetzt, kann Ladeinfrastruktur:

  • Teil der Energie- und Mobilitätsstrategie werden
  • Mit Photovoltaik und Energiemanagement kombiniert werden
  • Neue Geschäftsmodelle ermöglichen

Unternehmen sollten das Thema daher nicht nur als Pflicht, sondern als strategischen Hebel betrachten.

Kostenloses Erstgespräch

Lastgang & Standort analysieren — in 30 Minuten zur wirtschaftlichsten Energielösung.

Wir analysieren Ihren Standort, Ihr Lastprofil und Ihre Bezugskosten herstellerunabhängig. Sie erfahren sofort, wie PV und Batteriespeicher Ihre Netzkosten senken und regulatorische Fristen (EnWG, EPBD) optimal nutzen – ohne technisches Risiko oder Eigeninvestition.

Regulatorik und Deadlines im Blick · Inkl. 250+ Simulationsvarianten · Kostenlos & ohne Commitment

Weitere interessante Beiträge

Förderprogramm für Batteriespeicher und Schnellladesäulen

Förderprogramm für Batteriespeicher & Schnellladepunkte

Ab sofort unterstützt der Bund gewerbliche Unternehmen beim Ausbau von Schnellladetechnik ab 50 kW sowie bei der Installation stationärer Batteriespeicher. Das Programm fördert Investitionen in nachhaltige Mobilität und Sektorenkopplung mit bis zu 5 Millionen Euro pro Vorhaben, um die betriebliche Energiewende voranzutreiben.

Weiterlesen »
dynamische-netzentgelte

Dynamische Netzentgelte

Dynamische Netzentgelte machen Flexibilität zur harten Währung: Durch den Einsatz von Batteriespeichern und KI-basierten Energiemanagementsystemen (EMS) können Betriebe Lastspitzen automatisch umgehen. Dies senkt nicht nur die Netzkosten signifikant, sondern ersetzt langfristig starre Sonderregelungen durch ein datenbasiertes, effizientes Gesamtsystem.

Weiterlesen »
EZA-Regler-Header

EZA-Regler: Die zentrale Schnittstelle am Netzanschluss

Moderne EZA-Regler verbinden Netzstabilität mit Ertragsmaximierung, indem sie Wechselrichter, Speicher und EMS in Echtzeit steuern. Durch blitzschnelle Reaktionen auf Netzfrequenz und Spannung minimieren sie Abregelzeiten und ermöglichen die Teilnahme an Flexibilitätsmärkten – ein Muss für jede industrielle PV-Anlage ab 100 kW.

Weiterlesen »
Solar-Carports - Luftbild

Newsletter Anmeldung