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2022: PV-Stromgestehungskosten um weitere 3 % gesunken

Das Jahr 2022 markiert einen wirtschaftlichen Wendepunkt, an dem 86 % der neu installierten erneuerbaren Kapazitäten günstiger produzierten als konventionelle Kraftwerke. Um die globalen Klimaziele zu erreichen, muss das Rekordwachstum der Erneuerbaren nun jedoch verdreifacht werden, um den Vorsprung gegenüber fossilen Energieträgern weiter auszubauen.

Die PV-Stromgestehungskosten (LCOE) sinken weiter. Nach einem Bericht der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) sind sie im Jahr 2022 um weitere 3 % gesunken und liegen trotz leicht gestiegener Komponentenkosten und der anhaltenden Inflation weiterhin auf einem historischen Tief. In dem Zeitraum von 2010 bis 2022 sind demnach die jeweiligen LCOE weltweit bei Photovoltaikanlagen um 89 %, bei Solarthermie und Onshore-Windkraftanlagen um jeweils 69 % und bei Offshore-Windkraftanlagen um 59 % gesunken. Die Werte der aktuellen Untersuchung der IRENA bestätigen den Trend, den auch das Fraunhofer Institut bereits 2021 in einer Studie zu den Stromgestehungskosten in Deutschland feststellte. Die positive Entwicklung bei den Erneuerbaren beschleunigte sich auch durch die Tatsache, dass sich seit 2010 die Preise für die Stromgewinnung aus fossilen Brennstoffen in Europa verdreifacht haben.

In Asien und Europa boomen die Erneuerbaren

Global ist im Jahre 2022 die Kapazität aller Kraftwerke der erneuerbaren Energien um 9,6 % gestiegen, was einem Gesamtzuwachs von 295 Gigawatt bedeutet. Damit konnten weltweit die Ausgaben für Elektrizität aus fossilen Brennstoffen um 521 Milliarden US-Dollar gesenkt werden. Am meisten profitierten dadurch die Asiatischen Staaten mit 199 Milliarden US-Dollar dicht gefolgt von Europa. Hier konnte man 176 Milliarden US-Dollar eingesparen. Demnach produzieren 86 % aller neu in Betrieb genommenen Erneuerbare-Energien-Kraftwerke günstiger Strom, als Anlagen mit fossilen Brennstoffen. Der wirtschaftliche Ausbau der Erneuerbaren macht sich bei gesunkenen Gestehungskosten in den Bereichen PV, Onshore-Wind, Solar- und Geothermie deutlich bemerkbar. Leicht gestiegen sind sie jedoch die Kosten bei Offshore-Wind und Wasserkraftanlagen.

Das Jahr 2022 gilt als Wendepunkt in der Energiewirtschaft

Der Generaldirektor von IRENA, Francesco La Camera, sagte dazu: „IRENA sieht das Jahr 2022 als einen echten Wendepunkt in der Entwicklung der erneuerbaren Energien, da ihre Wettbewerbsfähigkeit trotz der anhaltenden Inflation der Rohstoff- und Ausrüstungskosten auf der ganzen Welt noch nie so groß war.” Weiter heißt es, „Heute sind die wirtschaftlichen Argumente für erneuerbare Energien überzeugender denn je, aber die Welt muss bis 2030 jedes Jahr durchschnittlich 1.000 GW an erneuerbarer Energie hinzugewinnen, um in der Reichweite von den 1,5°C Erderwärmung zu bleiben. Das ist mehr als das Dreifache des Niveaus von 2022.“

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