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Dunkelflaute: Was sie bedeutet und wie sie gelöst werden kann

(Aktualisiert April 2026) Die sogenannte Dunkelflaute gilt als eine der größten Herausforderungen der Energiewende. Sie beschreibt eine Wetterlage, in der gleichzeitig kaum Wind weht und wenig Sonnenenergie zur Verfügung steht – also genau dann, wenn erneuerbare Energien nur sehr eingeschränkt Strom liefern.Sie ist also das genaue Gegenteil einer Hellbrise.

Doch wie kritisch ist die Dunkelflaute wirklich – und welche Lösungen gibt es?

Was ist eine Dunkelflaute?

Eine Dunkelflaute ist eine Phase, in der:

  • kaum Windenergie erzeugt wird (Windstille)
  • wenig oder keine Solarenergie verfügbar ist (z. B. nachts oder bei dichter Bewölkung)

Folge: Die Stromproduktion aus Wind- und PV-Anlagen kann auf unter 2 % der installierten Leistung sinken.

Typisch sind solche Situationen vor allem im Winter und sie können mehrere Tage bis über eine Woche andauern.

Gibt es eine offizielle Definition?

Nein – eine einheitliche Definition existiert nicht.

Je nach Betrachtung:

  • häufige kurze Ereignisse: mehrmals pro Jahr
  • längere kritische Phasen (> 1 Woche): etwa alle 5–10 Jahre

Für die Energiewirtschaft sind vor allem mehrtägige Dunkelflauten mit hoher Last relevant.

Warum ist die Dunkelflaute ein Problem?

1. Versorgungslücke im Stromsystem

Wenn Wind- und Solarstrom gleichzeitig ausfallen:

  • steigt der Bedarf an Backup-Kapazitäten
  • muss Strom kurzfristig importiert oder konventionell erzeugt werden

2. Hohe Strompreise

Knappes Angebot führt zu:

  • steigenden Börsenstrompreisen
  • höheren Kosten für Unternehmen

3. CO₂-Emissionen steigen kurzfristig

Ohne ausreichende Alternativen:

  • Einsatz von Gas- oder Kohlekraftwerken
  • Zielkonflikt zur Klimaneutralität

4. Netzstabilität unter Druck

  • höhere Anforderungen an Netzmanagement und Reserveleistung
  • Frequenzhaltung wird schwieriger

Was ist eine „kalte Dunkelflaute“?

Eine besonders kritische Form ist die kalte Dunkelflaute:

  • tritt meist im Winter auf
  • kombiniert geringe Stromerzeugung mit hohem Verbrauch
  • z. B. durch Heizbedarf und Industrieproduktion

Diese Situation stellt das Energiesystem vor maximale Belastung.

Wie lässt sich die Dunkelflaute lösen?

Die gute Nachricht: Es gibt zwar keine Einzellösung, aber einen wirksamen Mix aus Maßnahmen.

1. Netzausbau & europäische Vernetzung

  • Ausbau von Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ)
  • Stromtransport über große Entfernungen
  • Ausgleich regionaler Wetterunterschiede

Beispiel: Windstrom aus Nordeuropa gleicht Flauten in Mitteleuropa aus.

2. Energiespeicher als Schlüsseltechnologie

Kurzfristige Speicher:

  • Batteriegroßspeicher (BESS)
  • ideal für Stunden bis Tage

Langfristige Speicher:

  • Pumpspeicherkraftwerke
  • Schwerkraftspeicher und Druckluft-Kavernen
  • Wasserstoff (Power-to-Gas)

Ziel: Überschüsse speichern und in Dunkelflauten abrufen

3. Flexible Backup-Kraftwerke

aktuell: flexible Gaskraftwerke

perspektivisch:

  • Wasserstoffkraftwerke
  • Biomasse
  • Geothermie

Wichtig: schnell regelbare Leistung

4. Sektorenkopplung

Sektorenkopplung ist die Verbindung von:

  • Strom
  • Wärme
  • Mobilität

Beispiele:

  • Wärmepumpen flexibel steuern
  • E-Autos gezielt laden

Energie wird systemübergreifend optimiert

5. Flexibilisierung der Stromnachfrage

Unternehmen können aktiv beitragen:

  • Lastverschiebung (Demand Side Management)
  • Nutzung dynamischer Stromtarife
  • Anpassung von Produktionszeiten

Stromverbrauch folgt der Erzeugung – nicht umgekehrt

6. Dezentrale Energieversorgung

Dies reduziert Netzabhängigkeit und stabilisiert das Gesamtsystem.

7. Wasserstoff als Langzeitspeicher

Langfristig zentral:

  • Speicherung großer Energiemengen
  • Nutzung bestehender Gasinfrastruktur
  • Rückverstromung bei Bedarf

Potenzial: Versorgung über Wochen oder Monate sichern

Welche Rolle spielen Unternehmen bei Dunkelflauten?

Unternehmen sind ein entscheidender Teil der Lösung:

  • Eigenversorgung mit PV + Speicher
  • Teilnahme an Flexibilitätsmärkten
  • Reduktion von Lastspitzen
  • Integration in intelligente Energiesysteme

Ergebnis:

  • Beitrag zur Netzstabilität
  • geringere Stromkosten
  • höhere Versorgungssicherheit

Fazit: Dunkelflaute ist lösbar – aber nur systemisch

Die Dunkelflaute ist keine unüberwindbare Hürde, sondern eine planbare Herausforderung.

Ein stabiles Energiesystem der Zukunft basiert auf:

  • erneuerbaren Energien
  • Speichern
  • flexiblen Verbrauchern
  • intelligenter Netzinfrastruktur

Entscheidend ist das Zusammenspiel aller Komponenten.

Für Unternehmen bedeutet das: Wer heute in flexible Energieversorgung investiert, sichert sich wirtschaftliche Vorteile und reduziert Risiken in einem zunehmend volatilen Energiemarkt.

FAQ

Was ist eine Dunkelflaute?

Eine Dunkelflaute ist eine Wetterlage, bei der gleichzeitig kaum Wind weht und wenig Sonnenenergie zur Verfügung steht. Dadurch sinkt die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien stark ab.

Wie oft kommt eine Dunkelflaute vor?

Kurze Dunkelflauten treten mehrmals pro Jahr auf. Längere, kritische Phasen mit sehr geringer Stromerzeugung über mehrere Tage kommen im Durchschnitt alle 5 bis 10 Jahre vor.

Wie lange dauert eine Dunkelflaute?

Die Dauer kann stark variieren:

  • längere Dunkelflauten: bis zu 7–10 Tage oder mehr
  • kurze Ereignisse: 1–3 Tage

Warum ist die Dunkelflaute problematisch?

Während einer Dunkelflaute sinkt die Stromproduktion aus Wind- und Solaranlagen stark. Gleichzeitig bleibt der Strombedarf bestehen oder steigt sogar, was zu:

  • höheren Strompreisen
  • erhöhtem Bedarf an Backup-Kraftwerken führen kann.
  • steigenden CO₂-Emissionen

Wie kann eine Dunkelflaute überbrückt werden?

Zur Überbrückung werden mehrere Maßnahmen kombiniert:

  • Batteriespeicher und Pumpspeicher
  • Wasserstoff als Langzeitspeicher
  • flexible Gaskraftwerke
  • europäische Stromnetze
  • Lastmanagement und flexible Verbraucher

Welche Rolle spielen Unternehmen bei Dunkelflauten?

Unternehmen können aktiv zur Lösung beitragen durch:

  • Nutzung dynamischer Stromtarife
  • Eigenversorgung mit Photovoltaik und Batteriespeichern
  • Lastverschiebung (Demand Side Management)

Wird die Dunkelflaute die Energiewende stoppen?

Nein. Die Dunkelflaute gilt als lösbare Herausforderung. Durch den Ausbau von Speichern, Netzen und flexiblen Energiesystemen kann die Versorgungssicherheit auch bei erneuerbaren Energien gewährleistet werden.

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