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Das Lastprofil als Berechnungsgrundlage von PV-Anlagen

Ein Lastprofil ist eine grafische Darstellung oder eine Datenaufzeichnung, die den zeitlichen Verlauf des Energieverbrauchs eines Verbrauchers, eines Systems oder eines Unternehmens über einen bestimmten Zeitraum hinweg zeigt. Das Lastprofil wird durch den Einsatz von modernen Energiemanagementsystemen (EMS) oder intelligenten Zählern erfasst. Diese Systeme überwachen den Energieverbrauch in Echtzeit und zeichnen die Daten auf. Unternehmen können so historische Verbrauchsdaten analysieren, um Trends und Spitzenlastzeiten zu identifizieren. Dabei sind Lastprofile in den seltensten Fällen statisch. Sie variieren je nach Jahreszeit, Wochentag oder betrieblichen Veränderungen, weshalb Unternehmen sie regelmäßig überwachen sollten.

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Typische Lastverteilung: Die Grundlast ist an den Wochenenden und nachts deutlich erkennbar. Lastspitzen treten jeweils morgens zum Arbeitsbeginn auf.
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Im Tageslastprofil zeigt sich, dass ab 6:15 Uhr die Anlagen & Maschinen gestartet werden.

Kosten kontrollieren, Verbrauchsmuster erkennen und Prognosen erstellen

Lastprofile illustrieren, wie viel Energie zu verschiedenen Zeitpunkten verbraucht wird und geben somit Einblick in die Verbrauchsmuster. Ein Lastprofil kann auf verschiedene Zeiteinheiten angewendet werden. Je nachdem, welche Ebene der Granularität erforderlich ist. sind sie dank der RLM-Zähler sogar minütlich erstellbar. Die Darstellung des Lastprofils erfolgt normalerweise als Diagramm, bei dem die Zeitachse auf der X-Achse und der Energieverbrauch auf der Y-Achse aufgetragen sind. Dabei lassen sich beispielsweise auch betriebliche Lastspitzen identifizieren, die zu hohen Netzentgelten führen. Diese betragen zurzeit etwa 25 % der gesamten Stromkosten und lassen sich oft durch ein intelligentes Lastspitzenmanagement signifikant reduzieren. Werden die Lastprofile eines Jahres betrachtet, lassen sich so auch Verbrauchsprognosen im Verhältnis zum Ertrag einer PV-Anlage und dem notwendigen Reststrombezug errechnen.

Das Lastprofil zur PV-Berechnung

Bei der Planung einer PV-Anlage spielt das Lastprofil eines Unternehmens eine entscheidende Rolle. Es bildet die Grundlage für die richtige Dimensionierung der Anlage und ermöglicht eine optimale Nutzung der erzeugten Solarenergie. Die Spitzenlastzeiten und Verbrauchsmuster zeigen deutlich, wie viel Energie zu verschiedenen Tageszeiten benötigt wird. Danach kann abgeleitet werden, ob eine reine Südausrichtung oder eine Ost-Westausrichtung der Solarmodule sinnvoll ist, ob sich der Einsatz von Stromspeichern rechnet oder wie groß die gesamte Anlage geplant werden kann. Diese Informationen sind essenziell, um eine PV-Anlage entsprechend zu konzipieren. Demnach wird der maximale Eigenverbrauch ermöglicht, die Netzeinspeisung optimiert und der Reststrom-Einkauf kalkuliert.

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Im April & Mai kann überschüssiger PV-Strom eingespeist werden.

Warum muss das Lastprofil bei der Planung von PV-Anlagen immer berücksichtigt werden?

Optimale Dimensionierung: Durch die genaue Analyse des Lastprofils kann die PV-Anlage optimal dimensioniert werden, um den Großteil des Energiebedarfs abzudecken. Es gilt nach wie vor: Je mehr Solarstrom ein Unternehmen aus der eigenen PV-Anlage direkt nutzen kann, desto wirtschaftlicher ist sie. Dies verhindert aber auch eine Überdimensionierung der Anlage und reduziert so die Investitionskosten.

Eigenverbrauch maximieren: Unternehmen können den Eigenverbrauch der erzeugten Solarenergie erhöhen, indem sie die PV-Anlage so ausrichten, dass sie während der Spitzenlastzeiten produziert. Dies reduziert den Bedarf an teurem Netzstrom und führt zu direkten Kosteneinsparungen.

Netzeinspeisung und Vergütung: Überschüssige Energie, die nicht direkt verbraucht wird, kann ins Stromnetz eingespeist werden. Ein genaues Verständnis des Lastprofils hilft, die Menge der eingespeisten Energie vorherzusagen, was für die Berechnung von Vergütungen oder Einspeisetarifen relevant ist.

Batteriespeicherung: Falls Unternehmen Batteriespeicher in Betracht ziehen, um überschüssige Energie zu speichern und in Zeiten niedriger Produktion zu nutzen, ist das Lastprofil entscheidend. Es hilft dabei, die richtige Kapazität des Speichers zu bestimmen.

Wartung und Betrieb: Anhand des Lastprofils des Unternehmens lassen sich die besten Wartungszeiten der Maschinen und Systeme sowie der PV-Anlage identifizieren und die Instandhaltungsaufgaben besser planen.

Valide Lastprofile sind Grundvoraussetzung für effiziente PV-Planung

Das Lastprofil ist ein entscheidender Faktor bei der Planung und Nutzung von PV-Anlagen für Unternehmen. Ein genaues Verständnis des Energieverbrauchs hilft, die Anlage richtig zu dimensionieren, den Eigenverbrauch zu maximieren, die Netzeinspeisung zu optimieren und Kosteneinsparungen zu realisieren. Unternehmen sollten moderne Energiemanagementsysteme nutzen, um genaue und aktuelle Verbrauchsdaten zu erfassen und so die volle Leistungsfähigkeit ihrer PV-Anlage auszuschöpfen.

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