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Lastspitzenkappung (Peak Shaving) durch BESS: Netzentgelte im BTM-Betrieb reduzieren

Peak Shaving mit Batteriespeichern reduziert gezielt Lastspitzen und senkt so die Netzentgelte im BTM-Betrieb. Unternehmen profitieren von planbaren Stromkosten ohne Eingriffe in die Produktion. Der Beitrag zeigt, wie sich dieses Potenzial effizient heben lässt.

Die Lastspitzenverschiebung (Peak Shaving) gehört zu den wirkungsvollsten Maßnahmen, um Stromkosten im industriellen Umfeld nachhaltig zu senken. Durch den gezielten Einsatz von Batteriespeichern (BESS) im Behind-the-Meter (BTM)-Betrieb lassen sich insbesondere die Netzentgelte deutlich reduzieren – ein zentraler Kostenblock für Unternehmen.

Denn: Rund 30–40 % des Industriestrompreises entfallen auf Netzentgelte – mit steigender Tendenz.

Was ist Peak Shaving?

Peak Shaving beschreibt die gezielte Reduzierung kurzfristiger Lastspitzen im Stromverbrauch eines Unternehmens.

Diese Lastspitzen entstehen typischerweise durch:

  • gleichzeitiges Anlaufen von Maschinen
  • parallele Produktionsprozesse
  • intensive Ladevorgänge (z. B. E-Mobilität)

Das Problem: Für viele Unternehmen wird ein erheblicher Teil der Netzentgelte auf Basis der höchsten gemessenen Leistung innerhalb eines 15-Minuten-Zeitraums pro Jahr berechnet. Bereits eine einzige Lastspitze kann die Stromkosten für ein ganzes Jahr erhöhen.

Wie funktioniert Peak Shaving mit BESS?

Ein Batteriegroßspeicher (BESS) wird gezielt eingesetzt, um diese Lastspitzen abzufangen.

Das Prinzip:

  • Der Speicher wird in Zeiten niedriger Last oder mit günstigem Strom geladen
  • Bei drohenden Lastspitzen entlädt sich der Speicher automatisch
  • Der Netzbezug wird dadurch aktiv begrenzt
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Gesteuert wird dieser Prozess durch ein Energiemanagementsystem (EMS), das:

  • Lastprofile in Echtzeit analysiert
  • kritische Schwellenwerte erkennt
  • den Speicher sekundenschnell aktiviert

Ergebnis: Die maximale Netzlast wird reduziert – und damit direkt die Kostenbasis der Netzentgelte.

Warum ist Peak Shaving wirtschaftlich so relevant?

Der wirtschaftliche Hebel liegt im sogenannten Leistungspreis:

  • Netzentgelte setzen sich u. a. aus einem Arbeitspreis (kWh) und einem Leistungspreis (kW) zusammen
  • Der Leistungspreis basiert auf der höchsten gemessenen Lastspitze im Jahr

Durch Peak Shaving wird genau dieser Wert reduziert.

Typische Effekte:

  • Senkung der Netzentgelte um zweistellige Prozentwerte
  • Vermeidung unerwarteter Mehrkosten
  • Verbesserung der Planbarkeit der Stromkosten

Vorteile von Peak Shaving mit BESS

Der Einsatz von BESS zur Lastspitzenverschiebung bietet klare betriebliche und wirtschaftliche Vorteile:

  • Reduzierte Netzentgelte durch geringere Spitzenlast
  • Keine Eingriffe in die Produktion notwendig
  • Automatisierte Steuerung über EMS
  • Entlastung des internen Stromnetzes
  • Hohe Reaktionsgeschwindigkeit (Sekundenbereich)
  • Verbesserte Kostentransparenz und Planbarkeit
  • Beitrag zur Amortisation des Speichersystems

Im Gegensatz zu klassischen Lastabwurfstrategien bleibt der Betrieb vollständig stabil.

Zusammenspiel mit anderen BTM-Strategien

Peak Shaving ist besonders effektiv in Kombination mit weiteren BTM-Anwendungen:

Dadurch entsteht ein Multi-Use-Case, der die Wirtschaftlichkeit eines BESS deutlich erhöht.

Regulatorische Aspekte & Netzentgeltsystematik

Die Bedeutung von Peak Shaving hängt eng mit der aktuellen Netzentgeltsystematik zusammen:

  • Abrechnung erfolgt auf Basis des 15-Minuten-Leistungsmaximums
  • Hohe Lastspitzen wirken sich direkt auf die Jahreskosten aus
  • Gleichmäßige Netznutzung bzw. flexibler Verbrauch wird regulatorisch zunehmend incentiviert

Obwohl die gleichmäßige Netznutzung (Bandlast) nach § 19 Abs. 2 Satz 2 StromNEV im Rahmen der Netzentgeltreform bis 2029 abgeschafft wird, soll die atypische Netznutzung nach § 19 Abs. 2 Satz 1 StromNEV bestehen oder sogar ausgebaut werden. Auch wenn sich regulatorische Rahmenbedingungen verändern, bleibt Peak Shaving ein zentraler Hebel zur Kostenreduktion. Mehr dazu in unserem Beitrag AgNes-Zwischenbericht 2026.

Für welche Unternehmen lohnt sich Peak Shaving?

Der Einsatz eines BESS zur Lastspitzenkappung ist besonders sinnvoll für Unternehmen mit:

  • hohen Leistungsspitzen
  • energieintensiven Produktionsprozessen
  • stark schwankenden Lastprofilen
  • steigenden Netzentgelten

Je höher die Lastspitzen, desto größer das Einsparpotenzial.

Fazit: Peak Shaving macht Netzentgelte steuerbar

Die Lastspitzenverschiebung durch BESS ist eine der effektivsten Maßnahmen, um Netzentgelte im Unternehmen nachhaltig zu senken. Durch den gezielten Einsatz von Batteriespeichern lassen sich:

  • kostenrelevante Lastspitzen vermeiden
  • Stromkosten planbarer machen
  • Produktionsprozesse stabil halten
  • Investitionen schneller amortisieren

Damit wird Peak Shaving zu einem zentralen Baustein moderner Energiestrategien im BTM-Betrieb – insbesondere im industriellen Umfeld.

Fachbegriffe kurz erklärt

Lastspitze:

Kurzfristiger, hoher Stromverbrauch, der über dem normalen Niveau liegt

15-Minuten-Mittelwert:

Zeitraum, in dem die maximale Leistung für die Netzentgeltabrechnung gemessen wird

Leistungspreis:

Kostenbestandteil der Stromrechnung basierend auf der höchsten bezogenen Leistung (kW)

Peak Shaving:

Strategie zur gezielten Reduzierung dieser Lastspitzen

FAQ

Was ist Peak Shaving?

Peak Shaving bezeichnet die gezielte Reduzierung von Lastspitzen, um Netzentgelte zu senken.

Warum sind Lastspitzen teuer?

Weil Netzentgelte bei vielen Unternehmen auf der höchsten gemessenen Leistung im Jahr basieren.

Wie hilft ein BESS beim Peak Shaving?

Der Speicher gleicht kurzfristige Lastspitzen aus, indem er bei Bedarf Strom bereitstellt.

Wie hoch sind die Einsparungen?

In vielen Fällen lassen sich Netzentgelte um zweistellige Prozentsätze reduzieren.

Beeinflusst Peak Shaving die Produktion?

Nein, der Speicher arbeitet automatisch im Hintergrund – ohne Eingriff in Prozesse.

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