facebook

Heizen mit Photovoltaik: PV-Strom für Wärmepumpen & Infrarotheizungen

Heizen mit Photovoltaik senkt die Energiekosten um 30–60 %, da Eigenstrom teuren Netzbezug und fossile Brennstoffe ersetzt. Während Wärmepumpen durch hohe Effizienz (COP 3–5) bestechen, bieten Infrarotheizungen in hohen Hallen punktgenaue Strahlungswärme bei geringen Installationskosten und hoher Flexibilität.

(Aktualisiert April 2026) Heizen mit Photovoltaik nutzt selbst erzeugten Solarstrom für elektrische Heizsysteme und senkt Energiekosten um 30 – 60 %. Besonders wirtschaftlich ist die Kombination mit Wärmepumpen oder Infrarotheizungen, weil Eigenstrom teuren Netzbezug und fossile Brennstoffe ersetzt.

Dieser Beitrag zeigt, warum sich moderne Hallenheizungen lohnen, wann es passt und wie Unternehmen Förderungen nutzen.

Warum Heizen mit PV wirtschaftlich wird

Die Einspeisevergütung für Solarstrom liegt 2026 bei 7 – 9 ct/kWh, Netzstrom kostet 25 – 35 ct/kWh. Selbst genutzter PV-Strom spart daher 60 – 70 % pro kWh.

Zusätzlich:

  • CO₂-Preis steigt (aktuell bei 55 – 65 €/t ab 2028 freier Handel)
  • Fossile Heizkosten explodieren
  • Eigenverbrauch schützt vor Preisrisiken

Ergebnis: Heizkosten sinken um 40 – 60 %, Amortisation in 5–10 Jahren.

Welche Heizsysteme passen zu PV?

Wärmepumpen

Ideal für: Gut gedämmte Büros, Hallen mit Flächenheizung, Warmwasser.

Vorteile:

  • Hoher Wirkungsgrad (COP 3–5): 1 kWh Strom → 3–5 kWh Wärme
  • Heizen + Kühlen in einem System
  • Niedrige Vorlauftemperaturen (passend zu PV)

Kosten: 10.000 – 25.000 € (je Größe), Förderung bis 70 % (KfW 458)

Infrarotheizungen

Ideal für: Hohe Hallen, Werkstätten, Lager – punktgenaue Wärme.

Vorteile:

  • Direkte Strahlungswärme (keine Luftheizung)
  • Einfache Installation (Deckenmontage)
  • Schnelle Aufheizzeit, zonenteilbar

Kosten: 200 – 4.000 € pro Gerät, geringer Wartungsaufwand

Wirtschaftlichkeit: PV-Heizung vs. Gas

Beispiel: 500 m² Halle, 50.000 kWh/Jahr Heizbedarf bei 24h-Betrieb

SystemJährliche KostenErsparnis vs. GasAmortisation
Gasheizung7.500 € (15 ct/kWh)
Wärmepumpe + PV3.500 €4.000 €6 – 8 Jahre
Infrarot + PV4.500 €3.000 €4 – 6 Jahre

Für welche Unternehmen lohnt es sich?

Geeignet

  • Gebäudesanierer: PV + Wärmepumpe bei Dachumbau
  • Neubau: Niedertemperaturheizung + PV planen
  • PV-Besitzer: Überschussstrom statt Einspeisung nutzen
  • Hallenbetreiber: Infrarot für Spitzenlasten

Optimal bei:

  • Hoher Stromverbrauch tagsüber
  • Gute Dämmung (Wärmepumpe)
  • Hohe Räume (Infrarot)

Umrüstung: Schritt für Schritt

1. Analyse

  • Heizbedarf ermitteln (kWh/Jahr)
  • PV-Potenzial prüfen (kWp)
  • Wirtschaftlichkeitsrechnung

2. Systemwahl

  • Wärmepumpe: COP > 3,5, Vorlauf < 35 °C
  • Infrarot: Leistungsdichte 100–200 W/m²
  • Energiemanagementsystem (EMS) für PV-Steuerung

3. Finanzierung & Förderung

  • KfW 458: Bis 70 % Zuschuss
  • Contracting: 0 € Eigenkapital
  • BAFA-Beratung: 50 – 80 % gefördert

4. Installation

  • Phasenweise umrüsten (keine Betriebsunterbrechung)
  • PV-Integration (Null-Abgleich)
  • Technische Abnahme

Vorteile im Überblick

VorteilWärmepumpe + PVInfrarot + PV
EffizienzCOP 3–5Direkte Strahlung
Kosten / JahrNiedrigGering je nach Intensität
FörderungHoch (70 %)Mittel
FlexibilitätZentralPunktgenau
CO₂-EinsparungSehr hochHoch

Rechtliche Rahmenbedingungen 2026

Nach dem neuen Heizungsgesetz (GMG) sind fossile Heizungen zwar noch erlaubt, aber der CO₂-Preis (aktuell 55 – 65 €/t und künftig wesentlich mehr) macht sie teurer.

Vorteile PV-Heizung:

  • Keine Grüngasquote
  • Unabhängig von CO₂-Preisentwicklung
  • Förderung gesichert bis 2029

FAQ

Lohnt sich Heizen mit PV?

Ja, bei Eigenverbrauch > 50%: 40–60% Kostensenkung vs. Gas/Netzstrom.

Wärmepumpe oder Infrarot?

Wärmepumpe für gedämmte niedrige Räume, Infrarot für Hallen.

Wie hoch ist die Förderung?

KfW 458: Bis 70 % für Wärmepumpen, 0 % MwSt. auf PV.

Brauche ich ein EMS?

Ja, für optimale PV-Nutzung und Förderfähigkeit.

Weitere interessante Beiträge

Photovoltaik für Unternehmen - Header

Photovoltaik für Unternehmen: Lohnt sich eine PV-Anlage wirklich?

Eine betriebliche PV-Anlage sichert nicht nur planbare Strompreise über Jahrzehnte, sondern ist auch ein zentraler Hebel zur Erreichung Ihrer ESG- und Nachhaltigkeitsziele. Dieser Beitrag analysiert, unter welchen Voraussetzungen sich die Investition für Industrie und Gewerbe besonders schnell amortisiert und wie moderne Speichersysteme den Eigenverbrauch maximieren.

Weiterlesen »
Strom-Trading-mit-BESS-Arbitrage-Header

Strom-Trading mit BESS: Im FTM-Betrieb zu Arbitrage-Erlösen

Strom-Trading mit Batteriespeichern erschließt im FTM-Betrieb attraktive Arbitrage-Erlöse durch gezielte Nutzung von Preisschwankungen. BESS werden so zu aktiven Marktteilnehmern mit zusätzlichen, marktbasierten Einnahmen. Der Beitrag zeigt, wie Arbitrage funktioniert und welches wirtschaftliche Potenzial dahintersteckt.

Weiterlesen »
MiSpeL-Bundesnetzagentur-BESS

MiSpeL: Mehr Markt & Chancen für Großspeicher?

Mit MiSpeL fällt die „Alles-oder-Nichts“-Regel: Speicher dürfen künftig gleichzeitig EE-Strom und Netzstrom laden, ohne die EEG-Förderung zu verlieren. Durch neue Abgrenzungsverfahren können Betreiber erstmals flexibel zwischen Eigenverbrauch und profitablem Strom-Trading am Spotmarkt wechseln.

Weiterlesen »
Solar-Carports - Luftbild

Newsletter Anmeldung