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CO₂-Zertifikate weiter im Hoch & Industriestrom im Kurzzeittief

Der Wegfall der EEG-Umlage entlastet die Industrie kurzfristig, doch der vervierfachte CO₂-Preis seit 2018 bleibt ein massiver Kostentreiber für energieintensive Betriebe. Dieser Beitrag analysiert die aktuelle Strompreiszusammensetzung und zeigt auf, warum eine verbesserte CO₂-Bilanz jetzt zum entscheidenden Faktor für die wirtschaftliche Stabilität wird.

28.02.2023: Laut einer aktuellen Strompreisanalyse des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sind die Strompreise für Industriestrom bei Neuabschlüssen zum Jahresbeginn gegenüber dem zweiten Halbjahr 2022 gesunken. Demnach sanken auch die Industriestrom-Preise inklusive Stromsteuer bei der mittelspannungsseitigen Versorgung im Schnitt von 53,38 ct/kWh auf 40,11 ct/kWh.

Geringere Steuern, Abgaben und Umlagen wirken sich auf die Industriestrom-Preise aus

Der mittlere Beschaffungswert mit den Netzentgelten und Vertrieb lag Anfang 2023 bei 37,25 ct/kWh und somit beinahe im Jahresmittel von 2022. Den Zenit, den die Strompreise im zweiten Halbjahr 2022 mit stolzen 50,66 ct/kWh erreicht hatten, scheint damit zunächst überwunden zu sein. Deutlich bemerkbar macht sich auf den Gesamtstrompreis für die Industrie und Gewerbe auch der Wegfall der EEG-Umlage seit dem 01.07.2022. Lag dieser Wert in 2021 noch bei 6,5 ct/kWh, belaufen sich die übrigen Strompreis-Bestandteile insgesamt nur noch auf 2,83 ct/kWh. Davon wiederrum ist die Stromsteuer mit 1,537 ct/kWh der größte Faktor. Die Konzessionsabgabe, die KWKG-Umlage, die §19 StromNEV-Umlage sowie die Offshore-Netzumlage spielen dabei nur untergeordnete Rollen. Experten rechnen jedoch damit, dass die Talsohle des Abwärtstrends bereits erreicht ist und die Strompreise bei der Mittelspannungsversorgung wieder anziehen werden. 

Preise für CO₂-Emissionszertifikate unverändert hoch

Im Gegensatz zum Strompreis für Industrie & Gewerbe haben sich die Preise beim CO₂-Emissionszertifikathandel zwischenzeitlich nicht entspannt. Anfang 2023 lag der Preis pro Tonne CO₂ bei 90,07 €. Das sind nur 7,5 € weniger als beim Allzeithoch im August 2022 und der hochgerechnete Jahresdurchschnitt von 2023 liegt jetzt schon höher als 2022. Ohnehin scheint der Preistrend im CO₂-Emissionszertifikathandel, der seit 2018 zu beobachten ist, anzuhalten. Seitdem ist der durchschnittliche Preis pro Tonne CO₂ von 15,82 € auf 81,81 € angestiegen und hat sich in nur vier Jahren vervierfacht. Das allein sollte schon ein Zeichen für Unternehmen sein, ihre CO₂-Bilanz zu verbessern.   

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