Kurz & knapp: Ab dem 18. Juni 2026 startet die KfW mit dem neuen Förderkredit „Erneuerbare Energien Plus” (Programmnummer 570). Das Programm richtet sich an Unternehmen jeder Größe, die in Photovoltaïque, Stockage sur batterie, Wärmeerzeugung oder Kraft-Wärme-Kopplung investieren möchten – und zwar marktbasiert, also ohne EEG-Vergütung. Besonders interessant: bis zu 100 % Finanzierung der förderfähigen Kosten bei einem Kreditrahmen von bis zu 150 Millionen Euro pro Vorhaben.
Was steckt hinter dem neuen KfW-Programm 570?
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erweitert ihre Förderproduktfamilie im Bereich Erneuerbare Energien. Das neue Programm „Erneuerbare Energien Plus” (570) ergänzt das bestehende Standardprogramm 270 um eine Beihilfevariante – und richtet sich gezielt an Investoren, die ihren erzeugten Strom eigenständig vermarkten oder selbst verbrauchen, statt eine staatliche Einspeisevergütung nach dem EEG zu beziehen.
Das Förderziel ist klar formuliert: Der marktbasierte Ausbau erneuerbarer Energien soll gestärkt werden, insbesondere durch sogenannte Contrats d'achat d'électricité (CAE) – also Direktlieferverträge zwischen Stromerzeugern und Abnehmern, die unabhängig von Subventionen und Börsenstrompreisen eine planbare Vergütung sichern.
Warum ist das Programm besonders relevant für PV- und Speicherprojekte?
Wer heute in eine Photovoltaikanlage oder einen Batteriespeicher investiert und den Strom nicht über das EEG vermarkten möchte, hatte bislang weniger passende KfW-Optionen. Genau diese Lücke schließt das Programm 570.
Zu den ausdrücklich geförderten Anlagen und Investitionen gehören:
- Installations photovoltaïques (Aufdach, Freifläche, Fassade)
- Stockage sur batterie – auch nachträgliche Installation
- Stockage d'électricité einschließlich Pumpspeicherwerke
- Wärmespeicher und Wasserstoffspeicher
- Windkraftanlagen Onshore und Offshore
- Elektrische Wärmepumpen und Solarthermie
- Geothermieanlagen
- Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK)
Für Unternehmen mit Fokus auf Photovoltaik und Stromspeicherung ergibt sich damit eine attraktive Finanzierungslösung aus einer Hand: von der Stromerzeugung bis zur Speicherung – und zwar mit bis zu 100 % Finanzierung der förderfähigen Investitionskosten.
Auch für Contracting-Modelle geeignet
Aussi Contrat PV et Batteriespeicher-Contracting sind förderfähig. Das CUBE Contracting entspricht der Grundvoraussetzung: Der Contracting-Geber erfüllt die Antragsberechtigung, trägt das wirtschaftliche Risiko und ist zugleich Investor und Betreiber der Anlage. Das macht das Programm attraktiv für Unternehmen, die Energieprojekte für Dritte entwickeln und betreiben – ein Geschäftsmodell, das im Bereich gewerblicher PV und industrieller Energieversorgung zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Die wichtigsten Konditionen im Überblick
| Caractéristique | Details |
| Programmstart | 18. Juni 2026 |
| Programmnummer | 570 |
| Antragsberechtigt | Unternehmen jeder Größe (gewerblich/freiberuflich) |
| Investitionsort | Deutschland, EU, Großbritannien, Norwegen |
| Kredithöchstbetrag | bis zu 150 Mio. Euro pro Vorhaben (in begründeten Fällen überschreitbar) |
| Finanzierungsquote | bis zu 100 % der förderfähigen Kosten |
| Durée d'exécution | 2 bis 20 Jahre |
| Tilgungsfreie Jahre | bis zu 3 Jahre |
| Zinsbindung | gesamte Laufzeit oder mindestens 10 Jahre |
| Beihilferahmen | De-minimis-Verordnung (EU) Nr. 2023/2831 sowie AGVO (EU) Nr. 651/2014 |
Programm 570 oder Programm 270 – was passt besser?
Das neue Programm 570 und das bewährte Programm 270 sind eng verwandt, aber unterschiedlich ausgestaltet:
Programm 270 – Erneuerbare Energien Standard
- Beihilfefrei
- Kombinierbar mit vielen anderen öffentlichen Fördermitteln (z. B. Landesprogramme)
- Geeignet auch für Anlagen mit EEG-Vergütung
Programm 570 – Erneuerbare Energien Plus (NEU)
- Mit Beihilfe (AGVO / De-minimis)
- Ausdrücklich für marktbasierte Projekte ohne EEG oder vergleichbare Einspeisevergütung
- Kumulierung mit anderen Fördermitteln im Rahmen der Beihilfeobergrenzen möglich
- Geeignet für PPA-Modelle, Eigenverbrauch, Contracting
Important : Wer bereits eine EEG-Vergütung, Förderung nach dem KWKG oder eine vergleichbare staatliche Einspeisevergütung erhält, kann das Programm 570 für diese Anlagen pas nutzen – hier bleibt das Programm 270 die richtige Wahl.
Antragstellung: So funktioniert das Hausbankprinzip
Die KfW gewährt Kredite aus dem Programm 570 nicht direkt, sondern ausschließlich über Finanzierungspartner – also Banken und Sparkassen. Das Prinzip:
- Finanzierungspartner auswählen (Hausbank, Sparkasse, Genossenschaftsbank)
- Antrag stellen – vor Beginn des Vorhabens (Kaufverträge oder Baubeginne dürfen noch nicht vorliegen)
- Finanzierungspartner leitet Antrag an die KfW weiter
- Bei Kreditzusage: Abruf der Mittel innerhalb von 12 Monaten (verlängerbar)
Der Zinssatz wird am Tag der Zusage marktüblich festgelegt und richtet sich nach Bonität und Sicherheiten. Für noch nicht abgerufene Beträge fällt ab sechs Monate nach Zusage eine Bereitstellungsprovision an.
Ausblick: Weitere Förderprogramme im Rahmen des Deutschlandfonds
Parallel zum Start des Programms 570 arbeitet die KfW im Auftrag des Bundes an weiteren Finanzierungsinstrumenten für die Energieinfrastruktur – dem sogenannten Deutschlandfonds:
- „Investitionskredit Energieversorgung” mit Haftungsfreistellung – für regionale Energieversorger, Fokus auf Stromverteilung und Wärmeversorgung (geplanter Start: 1. Juli 2026)
- „KfW-Konsortialkredit Energieversorgung” – für größere Infrastrukturvorhaben (geplanter Start: 1. Juli 2026)
- „Erneuerbare Energien Plus mit Haftungsfreistellung” – marktbasierter EE-Ausbau mit erweitertem Risikoschutz (geplanter Start: 3. Quartal 2026)
Alle genannten Deutschlandfonds-Programme stehen noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundes.
Fazit: Jetzt Vorhaben prüfen und frühzeitig planen
Das neue KfW-Programm „Erneuerbare Energien Plus” (570) ist eine wichtige Ergänzung des Förderangebots – insbesondere für Unternehmen, die in Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher oder Contracting-Modelle investieren und dabei auf marktbasierte Vermarktungswege (Direktvermarktung, PPA, Eigenverbrauch) setzen. Die Kombination aus bis zu 100 % Finanzierung, langen Zinsbindungen und hohem Kreditrahmen macht das Programm zu einem attraktiven Finanzierungsbaustein für gewerbliche Energieprojekte.
Da der Antrag vor Projektbeginn gestellt werden muss, empfiehlt sich eine frühzeitige Abstimmung mit dem Finanzierungspartner.