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Strom-Trading mit BESS: Im FTM-Betrieb zu Arbitrage-Erlösen

Die zunehmende Volatilität der Strommärkte eröffnet Unternehmen neue wirtschaftliche Chancen: Strom-Trading mit BESS (Battery Energy Storage Systems) ermöglicht es, gezielt von Strompreisschwankungen zu profitieren. Im Fokus steht dabei der Arbitrage-Handel – also der strategische Einkauf von Strom zu niedrigen Preisen und der Verkauf zu Hochpreiszeiten.

Im Front-of-the-Meter (FTM)-Betrieb entwickeln sich Batteriespeicher damit zu aktiven Marktteilnehmern und erschließen zusätzliche, marktorientierte Erlösquellen – komplett unabhängig vom eigenen Stromverbrauch.

Was bedeutet Strom-Trading und Arbitrage mit BESS?

Arbitrage beschreibt die gezielte Nutzung von Preisunterschieden am Strommarkt. Ein BESS lädt sich in Phasen mit niedrigen Strompreisen auf und speist die Energie bei hohen Preisen wieder ins Netz ein.

Der wirtschaftliche Ertrag ergibt sich aus:

  • Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis
  • abzüglich Speicherverluste (Round-Trip-Efficiency)
  • sowie Transaktions- und Betriebskosten

Moderne Batteriespeicher werden dabei über ein intelligentes Energiemanagementsystem (EMS) gesteuert, das Marktpreise, Prognosen und Lastprofile in Echtzeit analysiert und automatisch optimiert.

Relevante Strommärkte für Arbitrage

BESS können flexibel auf verschiedenen Handelsplätzen agieren:

Mercado diario

  • Stromhandel für den Folgetag
  • Planbare Preisstrukturen

Mercado intradiario

  • Handel bis kurz vor Lieferung (teilweise <30 Minuten)
  • Besonders hohe Preisdynamik und kurzfristige Arbitrage-Chancen

Gerade der Intraday-Markt bietet ideale Bedingungen für Batteriespeicher, da hier kurzfristige Preisfenster mit hohen Margen entstehen.

Warum Strom-Trading mit BESS immer attraktiver wird

Der Ausbau erneuerbarer Energien führt zu stärkeren Preisschwankungen:

  • Precios negativos de la electricidad bei hoher PV- oder Windeinspeisung
  • Preisspitzen >300 €/MWh bei hoher Nachfrage oder geringer Erzeugung
  • Regelmäßige Spreads von 10–40 €/MWh, teilweise deutlich höher
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Diese Marktmechanik schafft systematische Handelsmöglichkeiten, die sich mit Batteriespeichern gezielt nutzen lassen.

Beispiel: Arbitrage-Erlöse mit einem 10 MW BESS (2025)

Ein Batteriespeicher mit:

  • 10 MW Leistung
  • 20 MWh Kapazität

konnte im Jahr 2025 durchschnittlich mit reinem Strom-Trading folgende Erlöse erzielen:

  • Theoretisch (100 % Verfügbarkeit):
    → ca. 1.824.200 € pro Jahr
  • Realistisch (unter Berücksichtigung von Verlusten & Verfügbarkeit):
    → ca. 1.641.800 – 1.733.000 € pro Jahr

Einflussfaktoren auf die realen Erlöse:

  • Verfügbarkeitsfaktoren
  • Netzrestriktionen
  • Ladezustandsoptimierung
  • Speicherverluste
  • Parallelvermarktung (z. B. Energía de control)

Voraussetzungen für erfolgreiches Strom-Trading

Damit Arbitrage wirtschaftlich funktioniert, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein:

  • Freie Speicherkapazitäten (nicht vollständig durch andere Use Cases belegt)
  • Netzanschluss und Marktzugang
  • Anbindung an ein virtuelles Kraftwerk oder Direktvermarkter / Trader
  • Leistungsfähiges EMS zur Echtzeitoptimierung
  • Zugriff auf Marktdaten und Prognosen

Nur durch automatisierte Prozesse lassen sich die oft sehr kurzen Handelsfenster effizient nutzen.

Vorteile von Strom-Trading mit BESS

  • Zusätzliche Erlöse durch Arbitrage unabhängig vom Eigenverbrauch
  • Schnelle Amortisation durch marktorientierte Einnahmen
  • Hohe Flexibilität durch Teilnahme an Day-Ahead- und Intraday-Märkten
  • Optimale Nutzung von Preisvolatilitäten (inkl. negativer Preise)
  • Skalierbares Geschäftsmodell für große Batteriespeicher

Strom-Trading im Energiesystem

Neben den wirtschaftlichen Vorteilen trägt Strom-Trading auch zur Systemstabilität bei:

  • Aufnahme von Überschussstrom bei hoher Erzeugung
  • Entlastung des Netzes in Engpasssituationen
  • Effizientere Integration erneuerbarer Energien

BESS übernehmen damit eine doppelte Funktion: Erlösquelle und systemrelevante Flexibilitätsoption.

Fazit: Arbitrage macht BESS zum aktiven Marktteilnehmer

Strom-Trading durch Arbitrage ist eine der attraktivsten FTM-Anwendungen für Batteriespeicher. Unternehmen profitieren nicht nur von zusätzlichen Erlösen, sondern auch von einer deutlich besseren Auslastung ihrer Speicher.

Mit steigender Volatilität der Strommärkte und zunehmender Digitalisierung wird Arbitrage künftig weiter an Bedeutung gewinnen. Für Betreiber von BESS bedeutet das: Wer flexibel agiert und Marktsignale intelligent nutzt, kann erhebliche wirtschaftliche Potenziale erschließen.

FAQ

Was ist Strom-Trading mit BESS?

Strom-Trading bezeichnet den Kauf und Verkauf von Strom am Markt. Mit einem BESS erfolgt dies automatisiert, um Preisunterschiede gezielt auszunutzen.

Was bedeutet Arbitrage im Energiemarkt?

Arbitrage ist die Nutzung von Preisunterschieden zwischen verschiedenen Zeitpunkten oder Märkten zur Erzielung von Gewinnen.

Welche Märkte sind relevant für Arbitrage?

Vor allem der Day-Ahead- und der Intraday-Markt bieten attraktive Handelsmöglichkeiten.

Wie hoch sind die Erlöse durch Strom-Trading?

Je nach Marktphase und Anlagengröße können jährlich sechs- bis siebenstellige Erlöse erzielt werden.

Welche Voraussetzungen braucht ein BESS für Arbitrage?

Ein leistungsfähiges EMS, Marktzugang, freie Kapazitäten und ein geeigneter Netzanschluss sind entscheidend.

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