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Co-Location BESS als unverzichtbares Asset bei EE-Anlagen

Sinkende Einspeisevergütungen, steigende Preisvolatilität und begrenzte Netzanschlüsse stellen Betreiber von Windparks und großen PV-Anlagen vor neue wirtschaftliche Herausforderungen. Strom wird zunehmend dann erzeugt, wenn die Preise niedrig oder sogar negativ sind – mit direkten Auswirkungen auf die Erlöse. In diesem dynamischen Umfeld entwickeln sich Co-Location BESS vom optionalen Zusatz zur existenziellen Notwendigkeit für Anlagenbetreiber und Investoren.

Durch die Kombination von Erzeugungsanlage und Batteriespeichersystem an einem gemeinsamen Netzanschlusspunkt entsteht ein flexibles System, das Strom nicht nur produziert, sondern auch gezielt vermarktet. Co-Location sorgt für effiziente Nutzung der Kapazitäten, höhere Erlöse und reduzierte Kosten. Zudem können solche Systeme als netzdienlich eingestuft werden und profitieren von regulatorischen Vergünstigungen.

Was bedeutet Co-Location?

Im Kern beschreibt Co-Location die gemeinsame Anbindung einer Erzeugungsanlage (PV oder Wind) und eines Batteriespeichers (BESS) an einen zentralen Netzverknüpfungspunkt. Beide Systeme teilen sich dabei nicht nur die physische Fläche, sondern auch die kostenintensive Infrastruktur wie Transformatoren und Umspannwerke. Je nach technischer und regulatorischer Einbindung wird in Deutschland zwischen zwei wesentlichen Modellen unterschieden:

  • Grünstrom-Co-Location: Der Speicher wird ausschließlich mit Strom aus der direkt angeschlossenen EE-Anlage geladen. Ziel ist hierbei, die Erzeugungsspitzen in wertvollere Marktstunden zu verschieben.
  • Graustrom-Co-Location: Der Speicher kann zusätzlich Energie aus dem öffentlichen Netz beziehen. Dies ermöglicht eine deutlich höhere Flexibilität, da der Speicher eigenständig durch Energiearbitrage oder die Teilnahme an Regelenergiemärkten zusätzliche Erlöse generieren kann.
  • Hybrid-Co-Location: Mehrere PV- und/oder Windkraftanlagen mit Speichern an einem Werksnetz gelten als ein integriertes Asset hinter dem Hauptzähler. Kombinationen aus verschiedenen EE-Energiequellen und Speichertechnologien sind möglich. Diese Variante eignet sich sehr gut für Innovationsausschreibungen.

Bisher war diese Abgrenzung aufgrund der EEG-Förderlogik strikt notwendig, um den Anspruch auf Vergütung nicht durch einen Mischbetrieb mit Netzstrom zu gefährden. Doch der regulatorische Rahmen wandelt sich. Durch neue Regelungen wie MiSpeL (Mark­tin­te­gra­ti­on von Spei­chern und La­de­punk­ten) wird diese Problematik zunehmend im Sommer 2026 aufgeweicht. Co-Location-Anlagen können heute mit intelligenten Messkonzepten sowohl die EEG-Förderung sichern als auch von Investitionszuschüssen aus Innovationsausschreibungen profitieren.

Technische Kopplungsarten: AC vs. DC

Je nachdem, an welcher Stelle das BESS in das System eingebunden wird, unterscheidet man zwei Konzepte:

  • DC-Kopplung: Der Speicher wird auf der Gleichstromseite, also noch vor dem Wechselrichter der EE-Anlage, eingebunden. Dies ist oft effizienter, da Wandlungsverluste (von DC zu AC und zurück) minimiert werden.
  • AC-Kopplung: Hier wird der Speicher auf der Wechselstromseite hinter dem Wechselrichter angebunden. Dieses Modell ist besonders flexibel für die Nachrüstung (Retrofit) bestehender Parks geeignet, da die Erzeugungsanlage technisch weitgehend unberührt bleibt.

Die zentralen Komponenten eines Co-Location-Systems

Damit aus den Einzelkomponenten ein wirtschaftlich optimiertes Gesamtsystem wird, sind folgende Bausteine entscheidend:

  • Die EE-Erzeugungsanlage: Liefert die primäre erneuerbare Energie direkt am gemeinsamen Anschluss.
  • Der Batteriespeicher (BESS): Fungiert als Flexibilitätselement für Pufferung, Glättung und die zeitversetzte Einspeisung.
  • Das Energiemanagementsystem (EMS): Dies ist die Steuerungssoftware, die Erzeugung, Speicher und Strommarkt miteinander verknüpft. Sie wertet in Echtzeit Preise, Wetterprognosen und Speicherzustände aus, um automatisiert Handelsentscheidungen zu treffen.

Stand-Alone-Speicher vs. Co-Location

Ein Stand-Alone-BESS ist direkt durch einen eigenen Anschluss an das öffentliche Stromnetz angeschlossen und ist, im Gegensatz zu Co-Location, nicht mit einer Erzeugungsanlage gekoppelt. Er lädt und entlädt ausschließlich Netzstrom und kann dadurch äußerst flexibel reagieren. Dies gilt für unternehmensinterne Signale wie Lastverschiebungen oder Lastspitzen sowie für externe Signale, wie Arbitrage durch Spot/Intraday-Preisen in Echtzeit oder Engpassmanagement im öffentlichen Stromnetz.

Bei Co-Location für reine Erzeugeranlagen liegt der Fokus klar auf der Vermarktung des grünen Stroms. Hier sorgt das BESS für optimiertes und zeitversetztes Einspeisen bei gleichzeitiger Nutzung der vorhandenen Anschlussleistung für Effizienz. Sofern ein verbrauchendes Unternehmen einen Co-Location Speicher betreibt, erweitern sich die Ziele. Dann stehen meist Maximierung des Eigenverbrauchts, Omezení špičkového zatížení nebo Atypické využití sítě im Mittelpunkt. Möglich sind aber auch Erlöse durch Strom-Trading und Regelenergie.

Grünstrom-Co-Location: Fokus auf EE-Einspeisung

Im Modell der Grünstrom-Co-Location dient das BESS als exklusives Flexibilitäts-Tool für die vor Ort erzeugte Energie. In dieser Konfiguration wird das BESS ausschließlich mit Strom aus der direkt angeschlossenen Wind- oder Photovoltaikanlage geladen. Ein Netzbezug zum Laden der Batterien findet nicht statt.

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Hauptziel einer Grünstrom-Co-Location-Konfiguration ist die Optimierung der Capture Rate. Da EE-Anlagen oft gleichzeitig einspeisen, wenn das Angebot hoch und die Preise niedrig sind, liegt ihr erzielter Marktwert häufig deutlich unter dem durchschnittlichen Börsenpreis. Der Grünstrom-Speicher wirkt hier als Puffer. Er verschiebt die Einspeisung von Erzeugungsspitzen in Stunden mit höherem Preisniveau. Marktanalysen zeigen, dass sich die Capture Rate dadurch um etwa 10 bis 15 % steigern lässt.

Da das BESS keinen Netzstrom bezieht und so bereits eine klare bilanzielle Trennung von Netz- und Grünstrom besteht, vereinfacht dieses Co-Location-System auch den Erhalt der Dotace EEG für den eingespeisten Strom. Zudem sind Grünstrom-Speicher oft zentraler Bestandteil von Geboten in Nabídky na inovace, bei denen Anlagenkombinationen mit einer festen Marktprämie bezuschusst werden.

Graustrom-Co-Location: Maximale Flexibilität

Die Graustrom-Co-Location bricht die strikte Abhängigkeit von der lokalen Erzeugung auf. Hier teilen sich Erzeugungsanlage und Speicher zwar den Netzanschluss, das BESS kann jedoch sowohl Strom aus der eigenen Anlage als auch Energie aus dem öffentlichen Stromnetz beziehen. Dies erweitert die Erlöspotentiale des Speichers um Front-of-the-Meter (FTM) Anwendungen. Hierbei wird das BESS zum echten Marktteilnehmer. Betreiber profitieren durch Optimalizace trhu s elektřinou und können Zusatzerträge durch Regelenergie erwirtschaften.

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Aufgrund der hocheffizienten Auslastung erzielen Graustrom-Co-Location-Modelle oft deutlich höhere Renditen. Aktuelle Analysen beziffern das Potenzial für den Internal Rate of Return (IRR) auf etwa 12 bis 18 %, während rein grüne Modelle oft im Bereich von 8 bis 12 % liegen. Die Erlöse können insgesamt um 50 bis 100 % höher ausfallen als bei reinen Grünstromlösungen.

Die größte Hürde für Graustrom-Modelle war bisher jedoch die komplexe Abgrenzung zur EEG-Förderung, die allerdings durch die Bundesnetzagentur jetzt massiv entschärft wird. Durch intelligente Messkonzepte können Betreiber künftig die Vorteile des freien Markthandels nutzen, ohne die finanzielle Absicherung ihrer EE-Anlage zu gefährden.

Warum sich Co-Location rechnet

Die Kombination von Erzeugung und Speicher (BESS) am selben Standort transformiert ein volatiles Asset in eine planbare Erlösmaschine. Die wirtschaftlichen Vorteile lassen sich in drei Kernbereiche unterteilen:

1. Maximierung der Netznutzung (CAPEX-Effizienz)

Der Netzanschluss ist oft das Nadelöhr und ein erheblicher Kostenfaktor bei EE-Projekten.

  • Höherer Energiedurchsatz: Co-Location ermöglicht es, mehr Energie über denselben Anschlusspunkt zu vermarkten, ohne die Anschlusskapazität physisch ausbauen zu müssen.
  • Vermeidung von Abregelung: Bei Netzengpässen oder negativen Preisen muss die Anlage nicht abgeschaltet werden. Der Strom fließt stattdessen in das BESS und wird später profitabel eingespeist.
  • Infrastruktur-Synergien: Da Transformatoren, Leitungen und die Umspannanlage gemeinsam genutzt werden, sinken die spezifischen Investitionskosten pro installierter Kilowattstunde im Vergleich zu Stand-Alone-Systemen.

2. Optimierung von ROI & IRR

Ein Co-Location-System diversifiziert das Risikoprofil und steigert die Rentabilität:

  • Steigerung der Capture Rate: Durch die zeitliche Verschiebung der Einspeisung (Energy Shifting) erzielt der Parkbetreiber einen höheren Durchschnittspreis pro verkaufter Kilowattstunde.
  • Zusätzliche Erlösströme: Besonders im Graustrom-Betrieb können durch Energy-Trading und Regelenergie (FCR/aFRR) sehr hohe Erlöse generiert werden, die völlig unabhängig vom Wetter sind.
  • Attraktive Renditen: Während reine PV- oder Windprojekte oft unter Preisdruck stehen, erreichen Co-Location-Projekte je nach Betriebsmodell eine Eigenkapitalrendite (IRR) von 12 % bis 18 %.

3. Risikomanagement & Zukunftssicherheit

  • Schutz vor Negativpreisen: Betreiber umgehen das Risiko, bei negativen Strompreisen für die Einspeisung bezahlen zu müssen oder die Marktprämie zu verlieren.
  • Bankability: Die verstetigten Cashflows durch den Speicher erhöhen die Finanzierbarkeit bei Banken und Investoren, da die Abhängigkeit von reinen Wetterprognosen sinkt.

Závěr

Die reine Einspeisung lohnt sich für Betreiber von Erzeugungsanlagen nicht mehr. In einem Markt mit hoher Volatilität und knappen Netzkapazitäten ist Co-Location der neue Standard für wirtschaftliche EE-Projekte.

Durch die Kopplung von Erzeugung und Speicher werden PV- und Windparks zu flexiblen Marktteilnehmern, die ihre Erlöse aktiv steuern können. Ob durch die Sicherung der EEG-Förderung im Grünstrom-Modell oder maximale Gewinne im Graustrom-Handel: Co-Location ist der strategische Renditebooster, der die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien langfristig sichert.

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