facebook
LFP-Zellen im Vergleich - Header

LFP-Zellen im Vergleich

Die rasante technische Weiterentwicklung von LFP-Zellen (Lithium-Eisenphosphat) seit Anfang der 2020er Jahre machen sie äußerst interessant für den Energiespeicher-Markt. Batteriespeichersysteme (BESS) und PV-Integration in der Industrie und Gewerbe verlangen nämlich höchste Sicherheit, über 6.000 Ladezyklen und niedrige Kosten.

Im Vergleich zu NMC oder NCA bieten LFP-Zellen überlegene thermische Stabilität – kein Thermal Runaway unter 270°C – bei soliden 160-210 Wh/kg Energiedichte. Besonders in Deutschland profitieren Unternehmen von EU-Förderungen für kobaltfreie Technologien. In diesem Beitrag vergleichen wir LFP-Zellen mit führenden Alternativen und zeigen, warum sie derzeit der Maßstab für stationäre Speicher sind.

Technische Grundlagen von LFP-Zellen

LFP-Zellen, auch als Lithium-Eisenphosphat-Akkumulatoren bekannt, basieren auf der Kathoden-Chemie LiFePO₄. Sie zeichnen sich durch eine stabile Olivin Struktur (Inselsilikate) aus, die eine sichere und reversible Einlagerung von Lithium-Ionen ermöglicht.

Aufbau der Zelle

Die Kathode besteht aus LiFePO₄-Partikeln auf einem Aluminiumstromsammler. Die Anode ist typischerweise Graphit auf Kupferfolie. Dazwischen liegt ein poröser Separator (z. B. Polyethylen), getränkt mit flüssigem Elektrolyten wie LiPF₆ in organischen Lösemitteln. Beim Laden wandern Li⁺-Ionen von der Kathode durch den Elektrolyten zur Anode und werden dort eingelagert (Interkalation), während Elektronen extern fließen.

Funktionsprinzip

LFP-Zellen arbeiten wie eine „Fahrradpumpe“ für Energie. Dabei werden Lithium-Ionen in der Zelle hin- und hergeschoben, ohne die Struktur zu zerstören. Sie fließen zwischen Elektrolyten und Separator der Kathode (LiFePO₄) zur Anode (Grafit) und umgekehrt. Während der Ladephase verlassen die Lithium-Ionen die Kathode und wandern zur Anode. Dort werden sie wie Murmeln in Grafit „eingepackt“. Elektronen fließen außen durch das Kabel, um die Ladung auszugleichen. Ergebnis: Energie gespeichert. Bei der Entladephase wandern die Lithium-Ionen zurück zur Kathode, wo Eisen die Energie freisetzt. Die Elektronen liefern dann den Strom.

Schlüsselvorteile der LFP-Chemie

Die Phosphatgruppe (PO₄) in LFP-Zellen stabilisiert die Kristallstruktur auch bei hohen Temperaturen und verhindert die Freisetzung von Sauerstoff. Im Gegensatz zu NMC-Zellchemien besteht dadurch selbst bei starker thermischer Belastung kein Brandrisiko. Die Zellen bleiben bis etwa 270 °C thermisch stabil. Ein weiterer Vorteil ist ihre Kobaltfreiheit. Es werden keine teuren und ethisch problematischen Rohstoffe benötigt. Stattdessen kommen bei LFP-Zellen Eisen und Phosphat zum Einsatz, die weltweit verfügbar, kostengünstiger und deutlich nachhaltiger sind. Mit einer Energiedichte von rund 160–210 Wh/kg und einer Lebensdauer von etwa 2.000–6.000 Vollzyklen (bei 80 % Restkapazität) sind sie zudem besonders langlebig.

LFP-Zellen im Vergleich mit anderen Lithium-Ionen‑Varianten

LFP-Zellen zeichnen sich vor allem durch ihre hohe Sicherheit und Langlebigkeit aus, weisen jedoch im Vergleich zu NMC- oder NCA-Zellchemien eine geringere Energiedichte auf. Der folgende Vergleich basiert auf typischen kommerziellen Kennwerten auf Zellniveau (Stand 2026), bezogen auf gravimetrische Energiedichten sowie Zyklenzahlen bei 80 % Entladetiefe (DoD). Er verdeutlicht, warum LFP-Zellen trotz der geringeren Energiedichte für stationäre Batteriespeichersysteme häufig die wirtschaftlich sinnvollere Wahl sind.

blank

Insbesondere bei der Zyklenfestigkeit in Relation zu den Kosten punkten LFP-Zellen im Vergleich zu anderen Lithium-Ionen‑Varianten. Gleichzeitig bieten sie ein hohes Sicherheitsniveau. Diese Eigenschaften senken die Lebenszykluskosten (LCOS) insgesamt und prädestinieren sie für PV-gekoppelte Speicherlösungen, insbesondere im deutschen Markt. Zellchemien wie NCA oder LCO eignen sich hingegen stärker für Anwendungen mit hoher Priorität auf Energiedichte, etwa im Elektromobilitätsbereich. Neue Entwicklungen wie LMFP reduzieren zunehmend den Abstand zur Energiedichte von NMC-Zellen, während Natrium-Ionen-Batterien LFP perspektivisch im großskaligen Netzbereich ergänzen könnten, vor allem aufgrund ihrer potenziell deutlich niedrigeren Kosten.

Vorteile & Nachteile von LFP-Zellen im Überblick

LFP-Zellen bieten ein starkes Gesamtpaket für stationäre Speicher, überzeugen aber nicht in allen Bereichen gleichermaßen. Hier die wichtigsten Pro- und Contra-Punkte, basierend auf etablierten Eigenschaften.

Vorteile:

  • Hohe Langlebigkeit: 2.000–6.000 Zyklen bei 80% State of Health, reduziert LCOS langfristig.
  • Niedrige Kosten: Kobaltfrei, häufig vorkommende Rohstoffe (Eisen, Phosphat) senken Produktionspreise auf ~80–100 €/kWh der Zellen
  • Hohe Sicherheit: Thermische Stabilität bis 270 °C – kein Sauerstoffausstoß oder Thermal Runaway, ideal für BESS in Gebäudenähe.
  • ESG-konform: Keine kritischen Rohstoffe, unterstützt EU-Nachhaltigkeitsziele und EEG-Förderungen.
  • Geringe kalendarische Alterung: Nur 2–3% Kapazitätsverlust pro Jahr bei 25 °C.

Nachteile:

  • Geringere Energiedichte: 160–210 Wh/kg vs. 250+ bei NMC/NCA – benötigt mehr Volumen/Gewicht für gleiche Kapazität.
  • Schwächere Kaltleistung: Bei < 0 °C sinkt die Kapazität (LMFP als Lösung aufkommend).
  • Niedrigere Nennspannung: 3,2 V pro Zelle erfordert mehr Zellen in Serie für Hochvolt-Systeme.

Anwendungen & Markttrends

LFP-Zellen haben sich als Standard für stationäre Energiespeicher etabliert und gewinnen sogar in der E-Mobilität Terrain. Ihr Fokus liegt auf Langlebigkeit und Sicherheit, was sie ideal für volatile Energiemärkte wie Deutschland macht. Der wichtigste Einsatzbereich bleibt jedoch zurzeit noch der stationäre Speicher. LFP-Zellen werden heute breit in gewerblichen BESS meist für BTM-Anwendungen wie Steigerung des PV-Eigenverbrauchs, Netzstabilisierung und Omezení špičkového zatížení eingesetzt. Auch für FTM-Anwendungen, wie Řízení energie nebo Optimalizace trhu s elektřinou sind sie hervorragend geeignet. Ihre hohe Zyklenfestigkeit in Relation zu den Kosten, ihre Sicherheit und ihre geringe Degradation ermöglichen wirtschaftliche Betriebszeiten von 15 bis 25 Jahren und senken den LCOS auf etwa 11–14 €/MWh bei Großspeichern mit LFP-Zellen.

Parallel dazu steigt ihr Einsatz in der Elektromobilität deutlich an. Bereits über 40 % der weltweit neu zugelassenen Elektrofahrzeuge im Jahr 2024 basierten auf LFP-Technologie, insbesondere im Volumensegment unterhalb von 25.000 Euro, wo Sicherheit, Kostenstabilität und Anzahl der Zyklen wichtiger sind als maximale Energiedichte. Darüber hinaus finden LFP-Zellen zunehmend Anwendung in Bussen, Rechenzentren sowie Off-Grid- und Quartierslösungen mit hohen Anforderungen an Brandschutz und Betriebssicherheit.

Auf Marktebene gewinnt LFP zusätzlich durch regulatorische und industriepolitische Entwicklungen an Rückenwind. Europa baut derzeit gezielt eigene Produktionskapazitäten auf, unter anderem durch neue Zellfabriken und Joint Ventures, um Lieferketten zu diversifizieren und ESG-Anforderungen zu erfüllen.

Der globale Marktanteil von LFP-Zellen liegt aktuell bei über 40 % und könnte bis 2030 auf bis zu 60 % steigen. Gleichzeitig sinken die Zellpreise weiter und bewegen sich 2026 je nach Anwendung und Skalierung im Bereich von etwa 70–100 $/kWh.

Regulatorische Rahmenbedingungen wie verschärfte Brandschutzanforderungen, Nachhaltigkeitskriterien in der Förderung sowie der wachsende Bedarf an netzdienlicher Flexibilität begünstigen LFP-Zellen gegenüber energiedichteren, aber sicherheitskritischeren Zellchemien. Ergänzend positionieren sich Natrium-Ionen-Batterien perspektivisch als kostengünstige Ergänzung im großskaligen Netzbereich, während LFP voraussichtlich bis mindestens 2035 die führende Technologie für stationäre Batteriespeicher bleiben wird, mit erwarteten jährlichen Wachstumsraten von rund 18 %.

Závěr

LFP-Zellen haben sich als führende Technologie für stationäre Energiespeicher etabliert und kombinieren Sicherheit, Langlebigkeit und Kosteneffizienz auf einem Niveau, das andere Lithium-Ionen-Chemien nur schwer erreichen. Ihre hohe thermische Stabilität, kobaltfreie Rohstoffbasis und lange Lebensdauer machen sie besonders geeignet für PV-gekoppelte Speicher, BESS-Anwendungen in Industrie und Gewerbe sowie zunehmend auch für erschwingliche Elektrofahrzeuge.

Markt- und regulatorische Entwicklungen in Europa verstärken diesen Trend: Lokale Produktionskapazitäten, sinkende Zellpreise, Förderungen sowie strengere ESG- und Brandschutzanforderungen begünstigen den Einsatz von LFP-Zellen. Mit einem globalen Marktanteil von über 40 % heute und prognostizierten 60 % bis 2030 wird LFP mittelfristig voraussichtlich die dominierende Technologie für stationäre Energiespeicher bleiben. Ergänzende Technologien wie LMFP oder Natrium-Ionen-Zellen können punktuell Lücken schließen, doch die Kombination aus Sicherheit, Lebensdauer und wirtschaftlicher Attraktivität macht LFP zum Maßstab für nachhaltige Energiespeicherlösungen der nächsten Dekade.

Další zajímavé články

Solární přístřešky - letecký pohled

Registrace newsletteru